Die mehr als 400 Ertrunkenen vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa haben die Flüchtlingsproblematik zu einem wichtigen Thema des EU-Gipfels in Brüssel gemacht. Die Zahl der illegalen Einwanderer in Südeuropa ist schwer zu erfassen, die Dunkelziffer hoch. Weder in Spanien noch in Italien oder Griechenland gibt es dazu verlässliche Statistiken. Klar aber ist: Die Flüchtlinge stammen vorwiegend aus Afrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten. Zahlen aus Spanien, Italien und Griechenland!

Die Flüchtlingsproblematik in Südeuropa

Europa
24.10.2013
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten

Madrid/Rom/Athen (dpa) – Die mehr als 400 Ertrunkenen vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa haben die Flüchtlingsproblematik zu einem wichtigen Thema des EU-Gipfels in Brüssel gemacht. Die Zahl der illegalen Einwanderer in Südeuropa ist schwer zu erfassen, die Dunkelziffer hoch. Weder in Spanien noch in Italien oder Griechenland gibt es dazu verlässliche Statistiken. Klar aber ist: Die Flüchtlinge stammen vorwiegend aus Afrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten.

SPANIEN: Inoffizielle Schätzungen für Spanien reichen derzeit von 100 000 bis 250 000 Menschen. Das sind deutlich weniger als 2004. Grund: Die damalige sozialistische Regierung hatte in der Zeit von 2005 bis 2011 hunderttausenden «Illegalen» zu den ersehnten Papieren verholfen. Die Zahl der Anträge auf politisches Asyl ist seit Jahren rückläufig. 2012 wurden rund 2600 Anträge gestellt, die niedrigste Zahl seit mehr als zwei Jahrzehnten. 8,5 Prozent der Asylanträge wurden angenommen. In den ersten Monaten dieses Jahres nahm die Zahl der Anträge wieder zu. Die Ursache wird in den Konflikten in Syrien und Mali gesehen. Auf dem Seeweg versuchten 2012 etwa 3800 Menschen nach Spanien zu gelangen – 30 Prozent weniger als im Jahr davor. Im Vergleich zum Höhepunkt der Flüchtlingswelle im Jahr 2006, als mehr als 39 000 Zuwanderer illegal nach Spanien kamen, ging die Zahl um mehr als 90 Prozent zurück.

ITALIEN: In Italien sollen 2012 Schätzungen zufolge etwa 326 000 illegale Einwanderer gelebt haben. Laut Innenministerium wurden in dem Jahr 17 352 Asylanträge gestellt, mehr als 9500 stammten von Afrikanern. 2011 wurden von den insgesamt 37 350 Anträgen in Italien laut Caritas 19 Prozent bewilligt. Die meisten Einwanderer kommen über das Meer. Nach Angaben des nationalen Flüchtlingsrates kamen in diesem Jahr bislang mehr als 35 000 Flüchtlinge mit Booten nach Italien. Dies sind deutlich mehr als 2012, jedoch nicht so viele wie 2011, als die Zahlen im «Arabischen Frühling» stark gestiegen waren. In dem Land gibt es fünf Lager für ankommende Migranten. Das größte auf der Insel Lampedusa hat 381 Plätze, ist aber häufig völlig überfüllt.

GRIECHENLAND: Die griechische Polizei griff in den ersten neun Monaten des Jahres 31 050 illegale Einwanderer auf, die meisten davon im Land selbst sowie an der Grenze zu Albanien. Im Jahr 2012 waren es in diesem Zeitraum knapp 66 000 Menschen, zumeist an der Grenze zur Türkei. In Griechenland gibt es Aufnahmezentren mit rund 1000 Plätzen, die Asylbewerbern und minderjährigen Flüchtlingen offenstehen. Der Rest ist auf sich allein gestellt, lebt auf der Straße oder kommt bei Verwandten unter. Laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR gibt es keinerlei Fürsorge. 2011 hielten sich in Griechenland laut Volkszählung etwa 912 000 ausländische Staatsbürger auf. Über deren Status wurde allerdings nichts gesagt. Laut UNHCR stehen 63 183 Asylbewerber 2100 Menschen mit Flüchtlingsstatus gegenüber.

ZYPERN: In Zypern gab es Ende 2012 genau 899 anerkannte politische Flüchtlinge und 2732 Flüchtlinge, die aus humanitären und anderen Gründen einen Duldungsstatus haben.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s