“Wenn wir meinen, unsere Sicherheit am Hindukusch verteidigen zu können, dann hätten andere ja auch das Recht ihre Sicherheit in Hamburg zu verteidigen!”Vielmehr zeuge solch eine Aussage, so Professor Hajo Schmidt, von der Arroganz deutscher Politiker. Problematisch sei, dass kriegerische Akte heute andere Namen tragen. So wie humanitäre Interventionen. „Bei denen ist humanitär eine Floskel, die das Ziel formulieren mag, Menschen zu schützen – aber nicht die Realität widerspiegelt.“ Dahinter nämlich verberge sich oft Gewalt. Und sei sogar in der Öffentlichkeit legitimiert. Zwar würden Demokratien nicht gegeneinander ins Feld ziehen. „Aber gegen Nicht-Demokratien umso lieber.“

VORTRAG
Ist Frieden möglich?
23.10.2013 | 17:26 Uhr

Hajo Schmidt (Mitte) diskutierte zusammen mit Liane Rumpl-Heisig, Heinz Mayer und Gästen über die Chance, den Frieden zu bewahren.Foto:Andreas Heuser
Professor Hajo Schmidt diskutierte im Stephanushaus mit rund dreißig Besuchern

Seit sechs Jahren gibt es die Gelsenkirchener Friedenswerkstatt. Seither lädt sie zu Gesprächsrunden. So auch am Dienstag, als Professor Hajo Schmidt zu Gast war. Der Friedensforscher behandelte im Stephanushaus die Frage: „Ist Frieden (noch) möglich?“.
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Ohne Konflikte geht es nicht
Zu Beginn seiner Ausführungen erinnerte der emeritierte Professor, der zuletzt einen Lehrstuhl an der Fern-Universität Hagen innehatte, an die Gefahr eines Atomkrieges in den 80er Jahren. Und die Gefahr sei aktuell gebannt. Überhaupt ginge es nicht um Konflikte, sondern vielmehr um ihre Qualität. „Die kleinste soziale Beziehung wie der große Verbund können ohne Konflikte nicht leben.“

Problematisch sei, dass kriegerische Akte heute andere Namen tragen. So wie humanitäre Interventionen. „Bei denen ist humanitär eine Floskel, die das Ziel formulieren mag, Menschen zu schützen – aber nicht die Realität widerspiegelt.“ Dahinter nämlich verberge sich oft Gewalt. Und sei sogar in der Öffentlichkeit legitimiert. Zwar würden Demokratien nicht gegeneinander ins Feld ziehen. „Aber gegen Nicht-Demokratien umso lieber.“

Recht schnell im Gespräch mit den rund dreißig Gästen fiel das Stichwort „Kundus“. „Ein Einschnitt in der öffentlichen Wahrnehmung.“ Seither sei der Afghanistan-Einsatz in der Gesellschaft kritischer bewertet worden, als es damals Verteidigungsminister Struck getan hatte. Schmidt erinnerte an dessen Aussage, Deutschlands Sicherheit werde auch am Hindukusch verteidigt. „Dass die andere Seite denkt, okay, dann verteidigen wir unsere Sicherheit eben in Hamburg oder New York, das hat Herr Struck nicht bedacht.“ Vielmehr zeuge solch eine Aussage, so der Professor, von der Arroganz deutscher Politiker.

Ein Forum für den Frieden
Für die Friedenswerkstatt sind solche Gesprächsrunden ein wichtiger Bestandteil des Engagements. „Wir möchten damit ein Forum anbieten, über Frieden zu sprechen“, so Irene Venjakob.

Ist Frieden möglich? | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen-buer/ist-frieden-moeglich-id8594584.html#plx1527408800

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