Keinerlei Sicherheit! Die Politik und Schulbildung verschweigt, dass unser heutiges globales Sicherheitssystem das ständige Risiko eines Weltkrieges und gar Atomkrieges in sich birgt! In den letzten Jahrzehnten sind wir mehrfach nur mit Glück und durch Befehlsverweigerung russischer Soldaten einem Atomkrieg entgangen! Nicht aufgrund der Entscheidungen der Politiker, wären ihre Anordnungen befolgt worden, gäbe es uns heute nicht mehr! Die Erde wäre atomar verseucht! Hier sind die Berichte über die Ereignisse 1961 und 1983 und unsere Helden, denen wir unser Leben zu verdanken haben! Die Friedensbewegung mit ihren Millionendemonstrationen in dieser Zeit hatte anders als viele auch deutsche Politiker eine Ahnung von der Gefahr, in der wir damals schwebten! Während der Syrien- und Irankrise war eine Eskalation zum Weltkrieg möglich! Die Spannungen, die das Überholen der Wirtschaftskraft der USA durch China mit sich bringen wird, könnten leicht, so führende Wissenschaftler, in einem Weltkrieg enden! Was tun? Nach den beiden Weltkriegen griffen die Staaten auf die Ideen des deutschen Philosophen, Immanuel Kant, zurück “Zum ewigen Frieden”. Die nach seinen Ideen entworfene globale Ordnung, die über den Staaten stehen soll und eine gewaltfreie Konfliktlösung ermöglichen soll, ist zwar von den Staaten beschlossen worden in der UN-Charta und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Aber nicht oder nur im Ansatz verwirklicht worden! In seiner Schrift Was ist Aufklärung fordert Kant die Menschen auf, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen und selbständig tätig zu werden! Sollten wir dann nicht jetzt uns zusammenschließen, global zusammenschließen, um eine Ordnung zu schaffen, die das Risiko der atomaren Selbstvernichtung ausschließen kann? Es kommt auf uns an, mündige selbstbewußte Bürgerinnen und Bürger -wiegen wir uns angesichts der Erfahrungen nicht in falscher Sicherheit!

Inhalt:

1.) Als die Welt zweimal nur dank Befehlsverweigerung dem Abgrund entging.

2.) Die Risiken der verlorenen Atombomben.

3.) Die UN-Charta

4.) Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

5.) Präsident Rooselvelts und Henry Wallaces Interventionen

6.) Kants Ideen einer Weltordnung, die Frieden garantiert!

1.) Als die Welt zweimal nur dank Befehlsverweigerung dem Abgrund entging.

Am Rande des Atomkrieges – Kubakrise 1962

Der wahre Held der Kubakrise

13.10.2012 | 18:19 |  von Wolfgang Greber (Die Presse)

Der russische U-Boot-Offizier Wassili Archipow verhinderte den Start eines Atomtorpedos – und so den Krieg.

Der wahre, aber stille Held der Kubakrise heißt Wassili Archipow. „Ohne ihn gäbe es die Welt nicht mehr, keine Frage“, sagte Olga, seine 81-jährige Witwe, vor Kurzem. Sie lebt in Kupawna bei Moskau, dort ist ihr Mann begraben, er starb 1998. Erst 2002 wurde seine Story bekannt. Ohne ihn, heißt es, hätten mehr als 200 Millionen Menschen die Krise nicht überlebt.

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Archipow (*1926) war Erster Offizier von „B-59“, einem dieselelektrischen U-Boot der „Foxtrot“-Klasse, das mit drei anderen am 1. Oktober im Eismeerhafen Poljarny ausgelaufen war. Ziel war Kuba, wo sie stationiert werden und den Sowjetaufmarsch ergänzen sollten. Drei der vier damals modernen Boote (91 Meter lang, 70 Mann Besatzung, Tauchtiefe 280 m, zehn Torpedorohre) wurden von US- und Nato-Einheiten schon im Nordatlantik aufgespürt. Was diese nicht wussten: Jedes hatte einen Torpedo mit 15-Kilotonnen-Nuklearkopf an Bord, das entsprach etwa der Hiroshima-Bombe; damit ließ sich eine ganze Flottille von Schiffen vernichten. Das Risiko, selbst umzukommen, war aber hoch.

Die Luft ging aus. Um den 20. Oktober erreichten die Foxtrots weit vor Kuba den Rand der US-Blockadezone, tauchten tiefer – und wurden von Fliegern und Zerstörern „empfangen“. Es begann ein Katz-und-Maus-Spiel, die Zerstörer warfen Übungswasserbomben mit Miniladungen, die zum „Anklopfen“ dienten und die Boote zum Auftauchen „überreden“ sollten. Luft und Energie wurden knapp, es war heiß (über 45 Grad). Zwei tauchten auf und drehten ab.

Am 27. Oktober verlor der Kapitän von B-59, Valentin Savitsky, die Nerven. Sein Boot musste rasch an die Luft, er vermutete echte Wasserbomben, ja mangels Kontakt mit Moskau den Kriegsausbruch – so befahl er, den Nukleartorpedo einzusetzen, auch wenn seine Crew sterben sollte. Der Einsatz wurde vom Politoffizier genehmigt, doch Archipow legte sich quer. Laut Vorschrift mussten alle drei Führungsoffiziere einen Nukleareinsatz billigen, es gab einen wilden Streit, doch Archipow überredete den Kapitän. Man tauchte auf.

Zerstörermusik. Später erzählte er, als man die Luke geöffnet und nebenan einen Zerstörer gesehen habe: „Da standen Matrosen, tranken Cola, Musik spielte. Wir kletterten raus wie pechschwarze Teufel, dreckig und verschmiert.“ Man habe mit einem Megafon rübergebrüllt: „Hören Sie auf mit dem gesetzlosen Treiben! Das Boot ist Eigentum der UdSSR!“

Man fuhr heim, die Crew wurde anfangs wie Verbrecher empfangen. Archipow brachte es dennoch zum Vizeadmiral, bevor er in den 1980ern in Pension ging. B-59 wurde 1992 verschrottet. Der Einsatz des Torpedos hätte fast sicher einen lokalen taktischen Nuklearangriff der US-Navy auf russische Frachter und Kriegsschiffe vor Kuba ausgelöst. Eine Eskalation wäre kaum zu verhindern gewesen.

Archipow starb an Krebs infolge Verstrahlung in Atom-U-Booten, speziell in „K-19“, wo es 1961 ein schweres Reaktorunglück gegeben hatte. Der Vorfall wurde 2002 mit Harrison Ford und Liam Neeson verfilmt.

(“Die Presse”, Print-Ausgabe, 14.10.2012)

http://diepresse.com/home/politik/zeitgeschichte/1300981/Der-wahre-Held-der-Kubakrise?_vl_backlink=/home/politik/zeitgeschichte/index.do

1983

ZDF History Doku: 1983 – Die Welt am Abgrund (HD)

Vergessener HeldDer Mann, der den dritten Weltkrieg verhinderte

Weltenretter in Ruhestand

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Weltenretter in Ruhestand

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BENJAMIN BIDDER/SPIEGEL ONLINE
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Weltenretter in Ruhestand: Die West-Medien feierten Stanislaw Petrow (Foto von 2010) als “Mann, der die Welt rettete”. Er hatte im September 1983 einen Nuklearkonflikt zwischen den USA und der Sowjetunion verhindert. Das Raketenwarnsystem “Oko” in dem Kontrollzentrum Serpuchow-15, wo Oberst Petrow arbeitete, meldete den Start von fünf amerikanischen Atomraketen. “Falscher Alarm”, befand der Ingenieur – und bewahrte die Welt so vor der atomaren Apokalypse.
Atomraketen im Anflug: Im September 1983 erlebte Stanislav Petrow den Alptraum. Die sowjetische Frühwarnzentrale meldete den Start amerikanischer Raketen. Die Apokalypse? Oder nur ein Fehlalarm? Dem Oberst blieben Minuten, um die wohl wichtigste Entscheidung des 20. Jahrhunderts zu treffen. Von Benjamin Bidder

“Der Himmel”, sagt Stanislaw Petrow, 70, Sohn eines sowjetischen Kampfpiloten, Oberst a.D. der Luftabwehrstreitkräfte, ein Weltenretter im Ruhestand, “der Himmel hält immer Überraschungen bereit.” So wie damals, als der Himmel ihn zu täuschen versuchte, aber Petrow ihm auf die Schliche kam. Er hat sich nicht blenden lassen.

Es war 1983, der Kalte Krieg steuerte gerade auf seinen Höhepunkt zu. Die Sowjets hatten seit Mitte der siebziger Jahre mehr als 400 Raketen des Typs SS-20 “Saber” in Dienst gestellt, Spitzname: “Schrecken Europas”. Zwei Drittel der modernen Raketen waren auf Westeuropa ausgerichtet, auf Ziele wie London, Paris, Bonn. Jede Rakete verfügte über eine Sprengkraft von bis zu einer Megatonne, 50-mal mehr als die 1945 über dem japanischen Nagasaki abgeworfene Atombombe “Fat Man”.

Im Frühjahr 1983 berechneten Ärzte aus Ulm die Folgen eines Angriffs mit einer sowjetischen SS-20 auf ihre Stadt. Ihr Ergebnis: Im Bruchteil einer Sekunde würde über Ulm ein Feuerball von mehreren Hundert Metern Durchmesser entstehen. Die Innenstadt würde ausradiert, an der Stelle des gotischen Münsters ein Krater klaffen. Selbst im Umkreis von vier Kilometern Entfernung um die City würden Gebäude wie Kartenhäuser zusammenfallen. Die Bilanz einer einzigen Bombe: 123.000 Tote, 80.000 Schwerverletzte.

Moskau rechnete jederzeit mit einem Atomangriff

Der Westen reagierte auf die SS-20-Bedrohung seinerseits mit Aufrüstung – und ließ in Europa Pershing-II-Raketen aufstellen: In Washington führte seit 1981 Ronald Reagan das Zepter, der 40. Präsident der USA wollte die Sowjetunion – das “Reich des Bösen” – in einem Wettrüsten in die Knie zwingen.

Die Stimmung war aufgeheizt, Moskau rechnete jederzeit mit einem Überraschungsangriff der USA, Sowjetführer Juri Andropow war überzeugt, Amerika plane den Erstschlag. Noch als Chef des sowjetischen Geheimdiensts hatte er deswegen Operation “RJAN” gestartet: Mitarbeiter der KGB-Residenturen spähten seit 1981 rund um die Uhr Regierungseinrichtungen in den Hauptstädten des Westens aus. Überstunden hochrangiger Beamter und nachts hell erleuchtete Bürofenster galten ebenso als Alarmzeichen wie ein erhöhtes Briefaufkommen bei der Post und massenhafte Einlagerung von Lebensmitteln. Es hätten Vorbereitungen für einen Angriff sein können.

Wo Oberst Petrow arbeitete – davon hatte seine Familie keine Ahnung. Frau Raissa und die beiden Kinder stellten nie Fragen. Am 25. September 1983 verabschiedeten sie Petrow, um 20 Uhr begann seine Schicht in Serpuchow-15. Der Ort, rund 90 Kilometer südlich von Moskau, war auf keiner frei erhältlichen Landkarte verzeichnet, eine geschlossene Stadt, errichtet um einen Stützpunkt der Streitkräfte der Luftverteidigung. Hier befand sich die Zentrale des satellitengestützen Raketenwarnsystems “Oko”, hier diente Oberst Petrow.

Der Feind soll früher sterben – das ist die Logik des Kalten Krieges

Obschon vom Rang Offizier, war Petrow selbst Zivilist, ein studierter Ingenieur. “Die Welt kann froh sein, dass ich in dieser Nacht das Kommando geführt habe – und kein dumpfer Militär”, sagt Petrow heute. Vielleicht hätte ein Militär anders entschieden, streng nach Vorschrift, vermutlich falsch. Petrow dagegen vertraute seinem Gefühl.

Der Nutzen von Frühwarnsystemen wie “Oko” war damals begrenzt. Dessen Satelliten können einen bevorstehenden Nuklearschlag zwar rund zehn Minuten früher melden als die klassische Radarüberwachung, doch ihn verhindern, die Raketen abfangen, das konnte “Oko” nicht. Immerhin konnte man den vernichtenden Gegenschlag früher starten, als wenn man sich nur auf Radarüberwachung stützt, Dutzende Millionen Menschen auf der Seite des Feindes stürben dann wenige Minuten früher. In der Logik des Kalten Krieges ist das ein Fortschritt.

Nachdem die Amerikaner als erste ein eigenes Frühwarnsystem in Betrieb genommen hatten, arbeiteten die Sowjets fieberhaft daran, den Rückstand wettzumachen. Ab 1972 wuchsen in Serpuchow-15 die Antennen von “Oko” in die Höhe, Petrow war von Anfang an dabei. Die Computerprogramme stammten von ihm, und auch das Handbuch zur Bedienung des neuen Systems. Für Petrow war es der Job, den er sich stets erträumt hatte. “Ich war so glücklich, als ich erfuhr, dass ich mit dem Kosmos zu tun haben würde.”

Sirenen künden vom Beginn der Apokalypse

Doch an jenem 26. September verwandelte sich der Traum in einen Alptraum. Kurz vor Mitternacht jaulten die Sirenen, auf dem 30 Meter messenden Bildschirm vor Petrow leuchteten rote Buchstaben auf: START. Das System hatte den Abschuss einer Atomrakete von einer US-Basis registriert. Spionagesatellit Kosmos 1382, seit einem Jahr im All, meldete den Beginn der Apokalypse. 25 Minuten blieben bis zum Einschlag, irgendwo in Russland.

Im Kontrollzentrum Serpuchow-15 richteten sich die Augenpaare von 200 Mitarbeitern auf Oberst Petrow.

Dass ein Atomschlag stattfinden würde, schien damals nicht nur möglich, sondern sogar höchst wahrscheinlich. Russische Spione hatten kurz zuvor von einem geplanten Großmanöver der Nato erfahren. “Able Archer 83” sollte Ende November starten – und einen Atomkrieg simulieren. Den nervösen Machthabern in Moskau galt dies als Beweis westlicher Angriffsvorhaben.

Wie nervös die Finger am Abzug waren, zeigte der Abschuss eines südkoreanisches Passagierjets Anfang September. Wohl versehentlich war Korean Airlines Flug 007 in russischen Luftraum eingedrungen. Moskau fackelte nicht lang und gab den Kampfpiloten den Angriffsbefehl, 269 Menschen starben.

Falscher Alarm oder totale Vernichtung?

Petrow jedoch bewahrte Ruhe. Er erhob sich von seinem Pult. Jeder seiner Untergebenen sollte ihn sehen. Er konnte jetzt keine Panik gebrauchen, er brüllte: “Hinsetzen! Weiterarbeiten!”

Petrow dachte in diesem Moment weder an die Millionen möglicher Opfer eines Nuklearkonflikts noch an seine Familie, er dachte an Teelöffel: Niemand löffelt einen Wassereimer langsam mit einem Teelöffel aus, sagte er sich leise, niemals würden die USA einzelne Raketen auf die UdSSR feuern. Ein nuklearer Angriff würde mit der Vernichtungskraft von Hunderten Raketen gleichzeitig erfolgen, so hatte er es gelernt. “Nur: Sicher war ich mir in dem Moment natürlich nicht”, erinnert sich Petrow.

Dann rief er seinen Vorgesetzten an. “Es ist ein falscher Alarm”, rapportierte Petrow. Die Leitung knisterte. “Verstanden.” Als Petrow auflegte, jaulten die Sirenen erneut: Kosmos 1382 meldete den zweiten Raketenstart und wenig später den Anflug drei weiterer Raketen. Die Systeme in Serpuchow-15 liefen einwandfrei, sie melden keine Fehler. Petrow misstraute den Riesenrechnern, die in 16 Schränken leise schnurrten, dennoch: “Wir sind klüger als die Computer. Wir haben sie geschaffen.”

750 Millionen Tote, 340 Millionen Verletzte – die Bilanz eines Atomkriegs

Niemals war die Welt der atomaren Vernichtung näher als in dieser Nacht, sagt Bruce Blair, US-Abrüstungsexperte und heute Chef des World Security Institute. “Die oberste sowjetische Führung hätte, wenn sie über einen Angriff informiert worden wäre und da sie binnen Minuten einen Entschluss fällen musste, die Entscheidung für einen Vergeltungsangriff getroffen.” Andropow, der damals bereits vom Krankenbett aus regierte, hätte wohl den “roten Knopf” gedrückt – und damit einen tatsächlichen Nuklearschlag der Amerikaner provoziert.

Der SPIEGEL berichtete 1983, was ein Atomkrieg für die Welt bedeuten würde: Rund 5000 Sprengköpfe würden über dichtbesiedelten Gebieten in Nordamerika, Europa und Asien niederregnen, 1124 Städte, praktisch alle Zentren mit mehr als 100.000 Einwohnern, würden ausgelöscht. Der Cambridge-Mediziner Hugh Middleton rechnete weltweit mit 750 Millionen Toten und 340 Millionen Verwundeten.

Doch dank Stanislaw Petrow kam es nicht dazu. Nach wenigen Minuten bestätigen die Radarsysteme seine Einschätzung. Es war ein Fehlalarm. Vermutlich täuschte ein von einer seltenen Wolkenformation reflektierter Sonnenstrahl das sowjetische Warnsystem, Satellit Kosmos 1382 deutete den Lichtblitz als Start einer Rakete.

Tadel von der eigenen Führung, Ehrung vom Klassenfeind

Oberst Petrow hat seiner Frau Raissa nie erzählt von jener Nacht und den fünf Raketenphantomen, der Vorfall unterlag der Geheimhaltung. Erst 1998 enthüllte ihn Generaloberst Juri Wotinzew, damals Petrows Vorgesetzter, in einem Interview. Raissa aber starb schon 1997 an Krebs.

Petrow wohnt jetzt in Frjasino, einem Vorort von Moskau. Er lebt zurückgezogen, einsam. Der alte Oberst hat einen Fetzen Firmament an die speckige Küchenwand gepinnt, er klebt gleich neben der alten Marienikone, eine Karte des Sternenhimmels. “Etwas ergreift mich noch immer”, sagt Petrow, schlohweißes Haar, buschige Brauen, “wenn ich in den Kosmos schaue.”

Petrow bekam damals für seine Heldentat keine Orden, sondern einen Tadel – weil er vergaß, seine Beobachtungen im Dienstbuch festzuhalten, während die Alarmsirenen schrillten. Die Ehrungen folgen erst später – vom einstigen Klassenfeind. Nach dem Bekanntwerden des Zwischenfalls sandten dankbare Westeuropäer und US-Bürger Fanpost ins Städtchen Frjasino. Eine Britin schickte ein Pfund Kaffee, ein Amerikaner einen Englischkurs – und Hollywoodstar Kevin Costner 500 Dollar. Petrow reiste nach New York, erhielt dort den “World Citizens Award”.

“Der Mann, der die Welt rettete” nannten ihn die Zeitungen aus Übersee, und “Stan the Man”. “Glauben Sie mir”, sagt Petrow, “ich bin kein Held. Ich habe nur meine Arbeit getan.” So sieht er es. Alle anderen wissen: Er hat die Menschheit vor einem nuklearen Inferno bewahrt.

http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/7601/der_mann_der_den_dritten_weltkrieg_verhinderte.html

Dem Atomkrieg knapp entkommen

Fehlalarme im Atomzeitalter

Militärische Fehlalarme hat es schon seit dem Anfang des atomaren Zeitalters gegeben. Eine besondere Gefahr entfalteten sie aber in den Jahren erhöhter Spannungen zwischen den beiden Machtblöcken. Das traf insbesondere für die späten 70er und 80er Jahre zu, als ein erneutes atomares Wettrüsten die Entspannungspolitik ablöste und das gegenseitige Misstrauen zwischen den beiden Weltmächten einen neuen Höhepunkt erreichte.

Erinnerungen von Zeitzeugen und die seit 1989/1990 freigegebenen Akten aus sowjetischen Geheimarchiven zeigen, in wie vielen – bisher oft unbekannten – Fällen die Welt nur knapp einem Atomkrieg entkommen ist.

Eine Schlüsselrolle in den Verteidigungskonzepten beider Militärblöcke spielten die Raketenfrühwarnsysteme. Sie funktionierten aber nicht immer einwandfrei, wie die amerikanische Militärführung am 9. November 1979 feststellen musste.

Im Morgengrauen dieses Tages meldete General William Odom, Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates, dem Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter, dass sich etwa 220 Nuklearraketen im Anflug auf die USA befänden. Minuten später meldete das System einen massiven Angriff mit über 2.000 sowjetischen Raketen. Da andere Teile des Frühwarnsystems diese Meldungen nicht bestätigten, konnten die Vorbereitungen für einen sofortigen amerikanischen Vergeltungsschlag gerade noch abgewendet werden.

Es stellte sich heraus, dass ein Techniker des NORAD, des Nordamerikanischen Luftverteidigungskommandos, versehentlich Daten ins Computersystem des US-Abwehrsystems eingespeist hatte, die einen atomaren Schlag der Sowjetunion simulieren sollten. Dies war nur eine von fünf Pannen innerhalb von acht Monaten in den Jahren 1979/1980.

Auch auf sowjetischer Seite gab es Fehlmeldungen mit potenziell verheerenden Folgen. Am 26. September 1983 war Oberstleutnant Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow diensthabender Offizier im Serpuchow-15-Bunker außerhalb von Moskau, wo er mit der computer- und satellitengestützten Überwachung des Luftraumes betraut war. Kurz nach Mitternacht meldete der Computer den Anflug einer einzigen amerikanischen Atomrakete. Da Petrow von der Wahrscheinlichkeit eines viel größeren Angriffs ausging, interpretierte er dies als Fehlmeldung, zumal sich das Frühwarnsystem bereits mehrmals als unzuverlässig erwiesen hatte.

Als das Computersystem etwas später den Abschuss von vier weiteren Raketen meldete, beschloss Petrow, auch diese Nachricht seinen militärischen Vorgesetzten vorzuenthalten. Er hatte zwar keine Möglichkeit, die Richtigkeit seiner Einschätzung zu überprüfen, nach wie vor glaubte er aber, dass in der angespannten internationalen Lage der frühen 80er Jahre die Amerikaner nur einen Angriff viel größeren Ausmaßes wagen würden. Es stellte sich heraus, dass das satellitengestützte Raketenfrühwarnsystem Sonnenreflexionen auf Wolken in der Nähe der Malstrom Air Force Base in Montana, wo amerikanische Interkontinentalraketen stationiert waren, als Raketenstarts interpretiert hatte.

Indem sich Petrow eigenmächtig über seine Dienstvorschriften hinwegsetzte, verhinderte er eine katastrophale Eskalation der militärischen Gewalt.

Weniger als zwei Monate später kam es zu einem weiteren Vorfall, der vielleicht prekärsten internationalen Krise seit der Kuba-Krise. Am 2. November 1983 begann “Able Archer”, ein zehntägiges Nato-Manöver, an dem hochrangige Politiker und Militärs teilnahmen und das den Ernstfall eines Atomkriegs simulieren sollte.

Die Sowjetunion ging davon aus, dass diese Übung der Vorwand für einen echten Atomschlag der Nato-Mächte sein könnte. Schon seit 1981 war die sowjetische Führung überzeugt davon, dass ein amerikanischer Militärschlag bevorstehe. Deshalb hatte sie auch das bisher größte Spionage-Projekt in der Geschichte der Sowjetunion angeordnet: Operation Ryan, eine Spionageoffensive, die Pläne des Westens für einen Angriff aufdecken sollte.

Der Eindruck eines bevorstehenden Atomschlags wurde durch eine Reihe von Ereignissen im Laufe des Jahres 1983 verstärkt: Am 23. März kündigte Präsident Reagan seine Strategic Defense Initiative (SDI) an und heizte damit die Debatte um das Wettrüsten weiter an. Am 1. September 1983 wurde eine koreanische Passagiermaschine wegen Verletzung des sowjetischen Luftraums von der sowjetischen Luftwaffe abgeschossen. Und am 25. Oktober 1983 schließlich besetzten die USA die Insel Grenada, um dem Aufbau eines kommunistischen Regimes zuvorzukommen.

Die Sowjetunion versetzte ihre Streitkräfte in Alarmbereitschaft. Erst mit dem Ende des Manövers entspannte sich die Situation. Jetzt erst wurde der amerikanischen Staats- und Militärführung klar, wie ernst die sowjetische Befürchtung eines atomaren Schlags zu nehmen waren und wie sehr nukleare Planspiele wie “Able Archer” den Weltfrieden gefährden konnten.
http://www.daserste.de/planspiel/allround_dyn~uid,ozcv7h0nu243gfl8~cm.asp

Kontrollschalter (Bild: SWR)Großansicht des BildesKontrollschalter: Wie zuverlässig sind die Meldungen?
Raketenstellung, Tucson, Arizona (Bild: SWR)Großansicht des BildesRaketenstellung, Tucson, Arizona
Jimmy Carter und Leonid Breschnew (Bild: dpa)Großansicht des BildesErste Begegnung zwischen Jimmy Carter und Leonid Breschnew in Wien, 15.6.1979
Ronald Reagan (Bild: dpa)Großansicht des BildesAm 23. März 1983 kündigte Präsident Reagan seine Strategic Defense Initiative (SDI) an und heizte damit die Debatte um das Wettrüsten weiter an

2.) Die Risiken der verlorenen Atombomben.

Kalter Krieg USA: 1961 drohte Atombomben-Inferno nach Flugzeugunglück

21.09.2013 , mehr zum Thema Politik

Neues Buch schildert Beinahe-Katastrophen mit Atomwaffen in den USA.

Ein US Bomber hat vor über 50 Jahren, 1961 – und zwar auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges-, über dem US-Bundesstaat North Carolina zwei Atombomben verloren. Das wurde jetzt bekannt. Der Journalist Eric Schlosser berichtet in seinem Buch “Command and Control”, über die drohende Atombomben-Katastrophe, die in den USA Millionen Tote hätte kosten können.

Die Atombomben, konkret handelte es sich um Wasserstoffbomben, hatten die 260-fache Zerstörungsgewalt jener, die die Amerikaner 1945 über Hiroshima und Nagasaki kriegsverbrecherisch abgeworfen hatten.

Ursache für die Beinahe-Nuklearkatastrophe war, dass ein Militärflugzeug – ein B-52 Bomber – der US-Regierung während eines Überlandfluges auseinanderbrach und gleich zwei Atombomben auf die Erde regnen ließ.

Passiert ist der Atomunfall mit Atombomben im Jahr 1961 kurz nach der Amtseinführung von US-Präsident John F Kennedy. Betroffen war das Städtchen Goldsboro in North Carolina.

Die Zündung der Atombomben konnte nur durch den Umstand verhindert werden, dass es zu wenig Energie gab, welche die Atombomben zum Zünden gebracht hätte. Insgesamt drei von vier Sicherheitsvorkehrungen waren im Zuge des Flugzeugunglücks ausgefallen. Die beinahe Atomkatastrophe ist aber nur eine von hunderten, die in den USA seit 1945 drohten. Das räumte das Militär mittlerweile ein. So sagte der Enthüllungsjournalist Schlosser, wonach die US-Regierung zwischen 1950 und 1968 gut 700 ‘bedeutende’ Unfälle und Zwischenfälle dokumentiert habe. Insgesamt seien in diese Atomzwischenfälle gut 1250 Atomwaffen verwickelt gewesen.

http://www.kriegsberichterstattung.com/id/2798/Kalter-Krieg-USA-1961-drohte-Atombomben-Inferno-nach-Flugzeugunglueck/

3.) Die UN-Charta

Charta der Vereinten Nationen

Druckversion (PDF)

Präambel

charter.jpgWIR, DIE VÖLKER DER VEREINTEN NATIONEN – FEST ENTSCHLOSSEN,

  • künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat,
  • unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen,
  • Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können,
  • den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern,

UND FÜR DIESE ZWECKE

  • signing.jpgDuldsamkeit zu üben und als gute Nachbarn in Frieden miteinander zu leben,
  • unsere Kräfte zu vereinen, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren,
  • Grundsätze anzunehmen und Verfahren einzuführen, die gewährleisten, daß Waffengewalt nur noch im gemeinsamen Interesse angewendet wird, und
  • internationale Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, um den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker zu fördern –

HABEN BESCHLOSSEN, IN UNSEREM BEMÜHEN UM DIE ERREICHUNG DIESER ZIELE ZUSAMMENZUWIRKEN.

Dementsprechend haben unsere Regierungen durch ihre in der Stadt San Franzisko versammelten Vertreter, deren Vollmachten vorgelegt und in guter und gehöriger Form befunden wurden, diese Charta der Vereinten Nationen angenommen und errichten hiermit eine internationale Organisation, die den Namen “Vereinte Nationen“ führen soll.

Beitragsseiten
Präambel
Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX

http://www.unric.org/de/charta

4.) Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

PRÄAMBEL

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,

da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, daß einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt,

da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen,

da es notwendig ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern,

da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen in größerer Freiheit zu fördern,

da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf die allgemeine Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten hinzuwirken,

da ein gemeinsames Verständnis dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist,

verkündet die Generalversammlung

diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.

Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2

Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Artikel 3

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

(….)

Artikel 28

Jeder hat Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können.

und weiter:

http://www.un.org/depts/german/grunddok/ar217a3.html

5.) US-Präsident Rooselvelts und Henry Wallaces (US-Vizepräsident im Zweiten Weltkrieg) Interventionen

Franklin Roosevelt verfasste diese Rede am 14.4.19045, einen Tag vor seinem Tod, er konnte sie nicht mehr halten, aber sie zeigt, welche Idee er für die Nachkriegsordnung hatten (eigene Übersetzung des englischen Texstes weiter unten):

„Wir suchen Frieden – dauerhaften Frieden . Mehr als ein Ende von Krieg, wir wollen ein Ende zu den Anfängen aller Kriege – ja, ein Ende dieser brutal, unmenschlich und gründlich unpraktisch Verfahren zur Beilegung der Differenzen zwischen den Regierungen.“

„Wir müssen weiter alles in unserer Macht Stehende tun , um die Zweifel und die Ängste , die Unwissenheit und die Gier , die diesen Horror möglich gemacht haben, zu überwinden.

Heute sind wir mit der Tatsache konfrontiert: Wenn die Zivilisation überleben will , müssen wir die Wissenschaft von der menschlichen Beziehungen so pflegen, dass sie die Fähigkeit aller Völker , aller Arten, zusammen zu leben und zusammen arbeiten , in der gleichen Welt , in Frieden fördern .

Die Arbeit , meine Freunde, ist Frieden, mehr als ein Ende dieses Krieges – ein Ende der Anfänge aller Kriege , ja, ein Ende , für immer, zu dieser unpraktisch , unrealistische Beilegung der Differenzen zwischen den Regierungen von der Massentötung von Völker.

Die einzige Grenze unserer Erkenntnis über das Morgen, ist  unser Zweifel von heute . Lasst uns vorwärts zu bewegen mit starken und aktiven Glauben.“

Undelivered Jefferson Day Address,
Scheduled for April 14, 1945

 

[Roosevelt wrote this address the night of April 11, the night before he died from a cerebral hemorrhage. It was scheduled to be delivered via nationwide radio broadcast from Georgia Hall at Warm Springs the evening of April 14, 1945.]

 

Americans are gathered together this evening in communities all over the country to pay tribute to the living memory of Thomas Jefferson – one of the greatest of all democrats; and I want to make it clear that I am spelling that word “democrats” with a small “d.”

I wish I had the power, just for this evening, to be present at all of these gatherings.

In this historic year, more than ever before, we do well to consider the character of Thomas Jefferson as an American citizen of the world.

As Minister to France, then as our third President, Jefferson was instrumental in the establishment of the United States as a vital factor in international affairs.

It was he who first sent our Navy into far-distant waters to defend our rights. And the promulgation of the Monroe Doctrine was the logical development of Jefferson’s far-seeing foreign policy.

Today this nation, which Jefferson helped so greatly to build, is playing a tremendous part in the battle for the rights of man all over the world.

Today we are part of the vast Allied force — a force composed of flesh and blood and steel and spirit — which is today destroying the makers of war, the breeders of hate in Europe, and in Asia.

In Jefferson’s time our Navy consisted of only a handful of frigates — but that tiny navy taught nations across the Atlantic that piracy in the Mediterranean — acts of aggression against peaceful commerce and the enslavement of their crews — was one of the things which, among neighbors, simply was not done.

Today we have learned in the agony of war that great power involves great responsibility. Today we can no more escape the consequences of German and Japanese aggression than we could avoid the consequences of attacks by the Barbary corsairs a century and a half before.

We, as Americans, do not choose to deny our responsibility.

Nor do we intend to abandon our determination that, within the lives of our children and our children’s children, there will not be a third world war.

We seek peace — enduring peace. More than an end to war, we want an end to the beginnings of all wars — yes, an end to this brutal, inhuman, and thoroughly impractical method of settling the differences between governments.

The once powerful, malignant Nazi state is crumbling; the Japanese war lords are receiving in their own homeland, the retribution for which they asked when they attacked Pearl Harbor.

But the mere conquest of our enemies is not enough.

We must go on to do all in our power to conquer the doubts and the fears, the ignorance and the greed, which made this horror possible.

Thomas Jefferson, himself a distinguished scientist, once spoke of the “brotherly spirit of science, which unites into one family all its votaries of whatever grade and however widely dispersed throughout the different quarters of the globe.”

Today, science has brought all the different quarters of the globe so close together that it is impossible to isolate them one from another.

Today we are faced with the preeminent fact that, if civilization is to survive, we must cultivate the science of human relationships — the ability of all peoples, of all kinds, to live together and work together, in the same world, at peace.

Let me assure you that my hand is the steadier for the work that is to be done, that I move more firmly into the task, knowing that you – millions and millions of you — are joined with me in the resolve to make this work endure.

The work, my friends, is peace, more than an end of this war — an end to the beginning of all wars, yes, an end, forever, to this impractical, unrealistic settlement of the differences between governments by the mass killing of peoples.

Today as we move against the terrible scourge of war — as we go forward toward the greatest contribution that any generation of human beings can make in this world — the contribution of lasting peace — I ask you to keep up your faith. I measure the sound, solid achievement that can be made at this time by the straight edge of your own confidence and your resolve. And to you, and to all Americans who dedicate themselves with us to the making of an abiding peace, I say;

The only limit to our realization of tomorrow will be our doubts of today. Let us move forward with strong and active faith.
Source: Warm Springs Mirror

http://georgiainfo.galileo.usg.edu/FDRspeeches/FDRspeech45-1.htm

Henry Agard Wallace (* 7. Oktober 1888 bei OrientAdair CountyIowa; † 18. November 1965 in Danbury,Connecticut) war ein US-amerikanischer Politiker. Zunächst Mitglied der Republikanischen Partei, wechselte er später zu den Demokraten und wurde schließlich zu einem Mitbegründer der Progressiven Partei.

Von März 1933 bis September 1940 war erLandwirtschaftsminister, von Januar 1941 bis Januar 1945Vizepräsident in der Regierung von Franklin D. Roosevelt. Nach Roosevelts Tod bekleidete er im Kabinett von Harry S. Truman von März 1945 bis September 1946 das Amt des Handelsministers. Wallace trat bei derPräsidentschaftswahl des Jahres 1948 als Kandidat der Progressiven Partei an.

http://de.wikipedia.org/wiki/Henry_A._Wallace

Spiegel 1947:

Weltverbesserer auf Reisen

(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41121772.html)

“Ueber den britischen Rundfunk verkündete er das “Jahrhundert des einfachen Mannes, das an die Stelle des Jahrhunderts der Machtpolitik” treten müsse. In dem Hilfsprogramm der USA sieht er eine Sorge um die Oelreserven für die amerikanische Marine. Die griechische Nahrungsmittelnot habe bei den Erwägungen keine Rolle gespielt. Er behauptet, Amerika und Großbritannien hätten untereinander die Oelquellen des Mittleren Ostens nur wie Eroberer geteilt. Und er kommentiert: “Wenn Großbritannien wegen dieser Oelquellen Klage führt, legen wir diese Differenzen als Freunde bei. Wenn Rußland aus demselben Grunde Klage führt, rufen wir Feuer-Alarm und danken Gott für die Atombombe.””

Er greift den Gedanken seiner großen Rede auf, in der er den Eintritt der USA in den Weltkrieg nur gelten lassen wollte, um eine Ordnung zu schaffen, in der es keine Kriege mehr gibt und die Rechte “der des Volkes” im Mittelpunkt stehen, in der keine Rasse oder kein Land mehr die anderen beherrschen sollte. Er trat für eine Revolution für die Interessen des Volkes  ein, zu der er die amerikanische, französische, deutsche Revolution von 1948 und die russische Revolution zählte.
Hier die Reden (in Englisch):

Rede schriftlich in Englisch: http://www.shafr.org/classroom_documents/Wallace,CommonMan.pdf

Henry Wallace, America’s Forgotten Visionary

Sunday, 03 February 2013 06:55By Peter DreierTruthout | Historical Analysis

http://truth-out.org/opinion/item/14297-henry-wallace-americas-forgotten-visionary

“On May 8, 1942, Wallace delivered a talk in New York City that became famous for his phrase “the century of the common man.” It was, noted John Culver and John Hyde in their biography, American Dreamer: A Life of Henry A. Wallace, “as pure an expression of progressive idealism as Wallace could muster.” Wallace defined America’s wartime mission as laying the groundwork for a peaceful world of global cooperation, “a fight between a slave world and a free world.” Modern science has made it possible for everyone to have enough to eat, Wallace said, but it will require cooperation among the major nations to raise the standard of living for the common man in every corner of the world.

The speech was Wallace’s response to a 1941 article by Henry Luce, the publisher of Time and Life magazines, which called for an “American century” after the war – meaning a century dominated by the United States, “to exert upon the world the full impact of our influence, for such purposes as we see fit and by such means as we see fit.”

Wallace’s rebuttal was very explicit. He envisioned an end to colonialism, a world in which “no nation will have the God-given right to exploit other nations. Older nations will have the privilege to help younger nations get started on the path to industrialization, but there must be neither military nor economic imperialism.” Wallace was aiming for a kind of global New Deal.

Millions of copies of Wallace’s speech were distributed around the world in 20 languages. It drew praise in liberal and progressive circles, but it also stirred controversy. ”

Henry Wallace definiert Amerikas Kriegsbeteiligung im Zweiten Weltkrieg  als eine Mission um den Grundstein für eine friedliche Welt der globalen Zusammenarbeit zu legen, als einen Kampf zwischen einer Welt, die für Versklavung der Anderen eintritt und einer freien Welt . Die moderne Wissenschaft hat es möglich gemacht , dass jeder genug zu essen haben kann, sagte Wallace , aber es wird die Zusammenarbeit zwischen den großen Nationen benötigen, um den Lebensstandard für das Volk in jeder Ecke der Welt zu erhöhen.

Die Rede war Wallace Antwort auf einen Artikel von Henry Luce, den Herausgeber des Time und Life Magazine, der für ein ” amerikanisches Jahrhundert ” nach dem Krieg warb, ein Jahrhundert, das  von den Vereinigten Staaten dominiert wird.

Wallace Widerlegung war sehr explizit. Er stellte ein Ende zu Kolonialismus, einer Welt, in der ” keine Nation ein von Gott gegebenes Recht habe, andere Völker auszubeuten. Ältere Nationen haben das Privileg, den jüngeren Nationen zu helfen, auch den Weg zur Industrialisierung zu gehen, er sprach sich gegen jeden militärischen oder ökonomischen Imperialismus  aus.“ Wallace warb für eine Art von globaler New Deal.

Millionen von Kopien von Wallace Rede wurden weltweit in 20 Sprachen vertrieben.  (eigene Übersetzung)

6.) Kants Ideen einer Weltordnung, die Frieden garantiert!

 

Immanuel Kant
Zum ewigen Frieden
Ein philosophischer Entwurf
DB Sonderband:

Zum ewigen Frieden

Die Altersschrift Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf (erste Auflage 1795 (zit. als A) 104 S., zweite, erweiterte Auflage 1796 (zit. als B), 112 S.) gehört zu den bekanntesten Werken des deutschen Philosophen Immanuel Kant. So geht die neuzeitliche Bedeutung des Begriffs Friedenentscheidend auf Kants hierin vorgestellte Theorien zurück.

In Form eines Friedensvertrages wendet Kant seine Moralphilosophie (vgl. Grundlegung zur Metaphysik der SittenKategorischer Imperativ) auf die Frage der Politik nach dem Frieden zwischen den Staaten an. Auch hier gilt es, von der Vernunft geleitete Entscheidungen zu treffen und nach Gerechtigkeit zu trachten. Dabei stellt er klar, dass der Frieden kein natürlicher Zustand für den Menschen sei und deshalb gestiftet werden müsse. Die Gewährung des Friedens sei Sache der Politik, welche sich der Idee eines allgemeingültigen Rechtssystems unterzuordnen habe; denn so heißt es im Anhang: Das Recht der Menschen muß heilig gehalten werden, der herrschenden Gewalt mag es auch noch so große Aufopferung kosten. Dem Despotismus erteilt Kant eine Absage.

Bekannt geworden sind die Ideen des Völkerrechts, das die Verbindlichkeit der zwischenstaatlichen Abkommen fordert, und die Ausrichtung des Friedens als völkerrechtlichen Vertrag. In deninternationalen Beziehungen wird „Zum ewigen Frieden“ den liberalen Theorien zugeordnet. Die Charta der Vereinten Nationen wurde wesentlich von dieser Schrift beeinflusst.

http://homepage.univie.ac.at/benjamin.opratko/ip2010/kant.pdf

Auszüge:

Erster Abschnitt: die sechs Präliminarartikel[Bearbeiten]

  1. „Es soll kein Friedensschluss für einen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Kriege gemacht worden.“
  2. „Es soll kein für sich bestehender Staat (klein oder groß, das gilt hier gleichviel) von einem anderen Staate durch Erbung, Tausch, Kauf oder Schenkung erworben werden können.“
  3. „Stehende Heere (miles perpetuus) sollen mit der Zeit ganz aufhören.“
  4. „Es sollen keine Staatsschulden in Beziehung auf äußere Staatshändel gemacht werden.“
  5. „Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines andern Staats gewalttätig einmischen.“
  6. „Es soll sich kein Staat im Kriege mit einem andern solche Feindseligkeiten erlauben, welche das wechselseitige Zutrauen im künftigen Frieden unmöglich machen müssen: als da sind, Anstellung der Meuchelmörder (percussores), Giftmischer (venefici), Brechung der Kapitulation, Anstiftung des Verrats (perduellio) in dem bekriegten Staat etc.“

Zweiter Abschnitt: die drei Definitivartikel[Bearbeiten]

Den Definitivartikeln liegt laut Kant das Postulat zugrunde, dass jeder Mensch dreierlei Rechtssystemen angehören muss, wenn ewiger Friede möglich sein soll: dem Staatsbürgerrecht, demVölkerrecht und dem Weltbürgerrecht (Menschenrecht).

1. Die bürgerliche Verfassung in jedem Staate soll republikanisch sein.

In seinem ersten Definitivartikel befasst sich Kant mit den Prinzipien der Verfassung eines dauerhaft friedlichen Staates. Insgesamt nennt er vier Prinzipien. Das erste Prinzip fordert die „Freiheit der Glieder einer Gesellschaft“, das zweite die „Abhängigkeit aller von einer einzigen gemeinsamen Gesetzgebung“, das dritte „die nach dem Gesetz der Gleichheit [aller Glieder der Gesellschaft] (als Staatsbürger) gestiftete Verfassung.“ Offenbar möchte Kant die Bindung aller Staatsbürger an das Gesetz besonders betonen: „Niemand darf davon ausgenommen sein; alle, auch die Mitglieder einer Regierung oder einer gesetzgebenden Körperschaft, sind davon betroffen“ (Gerhardt, 85). Das vierte Prinzip, das Prinzip der Gewaltenteilung, verdeutlicht Kant anhand eines Vergleichs zwischen den Staatsformen der Demokratie (Volksgewalt), der Aristokratie (Adelsgewalt) und der Autokratie(Herrschergewalt) sowie der möglichen Art der Machtausübung im Staat, nämlich demRepublikanismus und der Despotie. In der Despotie sind Gesetzgebung und Regierung in einer Hand, so dass Missbrauch von Macht möglich wird. Dies sieht Kant sowohl in der Autokratie als auch in der Demokratie; in letzterer, „weil sie eine exekutive Gewalt gründet, da alle über und allenfalls auch wider Einen (der also nicht mit einstimmt), mithin alle, die doch nicht alle sind, beschließen; welches ein Widerspruch des allgemeinen Willens mit sich selbst und mit der Freiheit ist.“ Das einzig legitime Prinzip ist daher die Republik, in der eine Kontrolle der Macht durch Trennung von Exekutive undLegislative erfolgt. „Der Republikanismus ist das Staatsprinzip der Absonderung der ausführenden Gewalt von der gesetzgebenden“. Vermutlich um der Zensur und Benachteiligungen durch den König zu entgehen, beschreibt Kant Übergangsformen, die eine Annäherung an das Ziel der Republik darstellen. Hierzu zählt er ausdrücklich Friedrich II., dessen Maxime „er sei bloß der oberste Diener des Staats“ einer Repräsentation nahe komme. „Man kann daher sagen: je kleiner das Personale der Staatsgewalt (die Zahl der Herrscher), je größer dagegen die Repräsentation derselben, desto mehr stimmt die Staatsverfassung zur Möglichkeit des Republikanism, und sie kann hoffen, durch allmähliche Reformen sich dazu endlich zu erheben.“

Nach Kant ist ein Staat mit republikanischer Verfassung ein friedlicher Staat. Alle Staatsbürger müssen die Folgen ihrer Entscheidungen selbst tragen; sie übernehmen Verantwortung für den Staat. Da die Folgen eines Krieges von allen getragen werden müssten, so argumentiert Kant, entschieden sich die Staatsbürger eher für den Frieden als für Krieg. Aufgrund der Eigenverantwortung des Volks sieht Kant den Frieden im republikanisch verfassten Staat als gesichert an.

Kants Entwurf eines republikanisch verfassten Staates ähnelt dem heutigen repräsentativ-demokratischen Rechtsstaat („Gemeint ist die liberale Demokratie, so wie wir sie heute verstehen, also eine rechtlich verfasste, parlamentarische Staatsordnung“[2]). Kant betont allerdings, dass ein republikanischer Staat nicht zwangsläufig demokratisch sei, da ersteres eine Regierungsform beschreibt und letzteres eine Staatsform. Republikanismus bedeute lediglich Gewaltenteilung zwischen der ausführenden und der gesetzgebenden Gewalt. Eine Demokratie, die nicht repräsentativ sei, entspreche dieser Anforderung nicht.

2. Das Völkerrecht soll auf einem Föderalismus freier Staaten gegründet sein.

Kant weist darauf hin, dass Staaten sich schon durch ihr Nebeneinandersein schaden können und daher (wie einzelne Menschen) verpflichtet sind, aus dem zwischenstaatlichen Naturzustand in einen Rechtszustand überzugehen. Das Recht der Staaten untereinander könne durch einen Völkerbundoder einen Völkerstaat gesichert werden. Der Unterschied zwischen einem Völkerbund und einem Völkerstaat besteht darin, dass in einem Völkerbund die Einzelstaaten selbst bestehen bleiben, und auch ihre Souveränität nicht (oder kaum) eingeschränkt wird, wogegen in einem Völkerstaat, insbesondere in der Form einer „Weltrepublik“ (B38), die bisherigen Staaten zu einem einzelnen Staat zusammenschmelzen würden, demnach nur noch ein Volk bestehen bliebe. Auch ein Völkerstaat als „Universalmonarchie“ entzieht den einzelnen Mitgliedsstaaten durch zentrale Gesetze die Möglichkeit der bestehenden Handlungsfreiheit. (s.u. erster Zusatz)

Kant schließt aus praktischen Gründen die Möglichkeit eines Völkerstaates ebenso aus wie die einer Weltrepublik. Erstens, weil dies der Idee eines Völkerrechts widerspreche, indem sie das zwischenstaatliche Nebeneinander mehrerer Völker aufhebe. Zweitens, weil es keine übergeordnete Regierungsinstanz geben könne, wenn alle Staaten schon eine innerlich rechtliche Verfassung haben. Denn dann könne für sie nicht dasselbe gelten wie für einzelne Menschen („aus diesem Zustande herausgehen zu sollen“, B34). Drittens wollen die Staaten nicht aus dem zwischenstaatlichen Naturzustand heraustreten und „ihre wilde (gesetzlose) Freiheit aufgeben“ (B37), da jeder Staat gerade darin seinen Glanz sehe.

Deshalb plädiert Kant statt für einen Völkerstaat für einen Völkerbund. Dieser soll mit einem Friedensbund, quasi einem multilateralen Friedensvertrages, „den Strom der rechtscheuenden, feindseligen Neigung aufhalten, doch mit beständiger Gefahr ihres Ausbruchs“ (B38), also für den Erhalt und die Sicherung der Freiheit der Staaten sorgen. Für diesen Völkerbund spricht nach Kant, dass gemeinsame und verbindliche Rechtssysteme geschaffen würden (internationale Regime), z. B. das Kriegsvölkerrecht oder Friedensverträge, denen vertraut werden kann. Der Völkerbund ist für Kant eine Minimallösung, weil er im Gegensatz zum Völkerstaat über keine Zwangsmöglichkeit zur Sicherung des Friedens verfügt. Grund ist, dass auf freiwilliger Ebene Staaten ihre Souveränität aufzugeben nicht bereit sind. Kein Staat ist verpflichtet, mit anderen Staaten vertragliche Bindungen einzugehen.[3] Hinzu kommt in einer republikanischen Verfassung, dass mit der Übertragung von Macht auf einen Völkerstaat die Rechte und damit die Freiheit der einzelnen Bürger eingeschränkt werden.[4] Kant ist aber optimistisch, dass ein Völkerbund unter der Leitung republikanischer Staaten wie Frankreich schrittweise zum ewigen Frieden hinführt. „Denn wenn das Glück es so fügt: daß ein mächtiges und aufgeklärtes Volk sich zu einer Republik (die ihrer Natur nach zum ewigen Frieden geneigt sein muß) bilden kann, so gibt diese einen Mittelpunkt der föderativen Vereinigung für andere Staaten ab, um sich an sie anzuschließen, und so den Freiheitszustand der Staaten, gemäß der Idee des Völkerrechts, zu sichern, und sich durch mehrere Verbindungen dieser Art nach und nach immer weiter auszubreiten.“ (AA VIII 356)

3. Das Weltbürgerrecht soll auf Bedingungen der allgemeinen Hospitalität eingeschränkt sein.

Der dritte Definitivartikel handelt von dem Recht der Hospitalität (Gastfreundschaft). Hierbei, so sagt Kant, hat ein Fremder ein Besuchsrecht für ein anderes Land und kann sich dort aufhalten, ohne dass man ihm feindselig gesinnt sein dürfe, solange er sich selbst rechtmäßig verhalte. Ein Mensch, der fremdes Staatsgebiet betrete, dürfe auch nicht ausgewiesen werden, sofern dies zu seinem Leid geschehe, es sei denn er habe sich feindselig gegen den fremden Staat verhalten. Der Fremde habe allerdings kein Gastrecht, auf das er Anspruch erheben könne, sondern nur ein Besuchsrecht, welches jeder Mensch beanspruchen kann, da kein Mensch ein Vorrecht auf bestimmte Orte der Erde habe.

Durch die Nutzung von Transport- und Kommunikationsmitteln rücken auch weit entfernte Teile der Erde zusammen (Globalisierung) und können friedlich in Beziehung zueinander treten, z. B. Handel treiben. Diese Globalisierung berge durch den deutlich erhöhten Strom von Menschen durch verschiedene Staaten ein großes Risiko: Wenn nun an einem Ort ein Recht verletzt wird, sei dies auf der ganzen Welt zu spüren und könne den Frieden bedrohen. Kant kritisiert hier auch denKolonialismus, mit dem die europäischen Staaten ihr Gastrecht missbrauchten.

Aus diesen Gründen sei eine Ergänzung der bereits in jedem Staat festgelegten Menschenrechte durch das Weltbürgerrecht notwendig. Erst so sei ein ewiger Frieden möglich.

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