Lampedusa ist der Aufschrei eines Kontinents mit komplexen Problemlagen! Das Ertrinken läßt uns keine Chance mehr, vor den Problemen Afrikas die Augen zu verschließen! Die europäischen Staaten haben bislang nur mit eher peinlichen Vorschlägen der Abschottung reagieren. Es ist keine Option, “vor der Komplexität der Probleme Afrikas zu kapitulieren”, so der Vorstandsvorsitzende von Oikocredit ( 1975 vom ökumenischen Weltkirchenrat gegründete Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit für Kleinkredite), . Dazu seien unter anderem politische Instabilität in vielen afrikanischen Ländern, der Kampf um Rohstofferlöse und deren “Umleitung in die eigenen Brieftaschen” nicht nur angesichts lokaler Korruption, sondern auch unter Beteiligung westlicher multinationaler Konzerne, aber auch ethnische und religiöse Konflikte zu zählen. Die Food and Agriculture Organization (FAO) habe zwar unlängst von einem Rückgang der Zahl der weltweit Hungernden um 26 Millionen Menschen gesprochen. “Aber 80 Prozent dieses Rückgangs betrifft die beiden Länder China und Vietnam. In den 45 ärmsten Ländern der Welt, vor allem in Afrika, ist die Zahl der Hungernden sogar um 25 Prozent gestiegen.” Mikrokredite seien zwar kein “Allheilmittel”, aber ein “wichtiger und erprobter Baustein zur Armutsbekämpfung”. Oikocredit werde seinen Afrika-Fokus verstärken.

Oikocredit: “Mit Lampedusa rückt uns Afrika auf den Pelz”

Seit Jahresbeginn Zahl der Anleger in Österreich von 3.462 auf 4.030 und damit um 16 Prozent gestiegen – Vergabe fairer Darlehen mit Afrika-Fokus

29.10.2013

Wien, 29.10.2013 (KAP) Mit der Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa wird sichtbar, dass “uns die Probleme Afrikas gewissermaßen auf den Pelz rücken und kein Wegschauen dulden”. Das betonte der Vorstandsvorsitzende von Oikocredit Austria, Peter Püspök, im Rahmen einer gemeinsam mit Anlagenvertreter Wilhelm Rasinger abgehaltenen Pressekonferenz am Dienstag in Wien. “Was wir erleben ist der Aufschrei eines Kontinents angesichts einer ungeheuer komplexen und differenziert zu betrachteten Problemlage, auf die die europäischen Staaten bislang nur mit eher peinlichen Vorschlägen der Abschottung reagieren”, kritisierte Püspök. Mikrokredite seien zwar kein “Allheilmittel”, aber ein “wichtiger und erprobter Baustein zur Armutsbekämpfung”. Oikocredit werde seinen Afrika-Fokus verstärken.

 

Für Oikocredit sei es keine Option, “vor der Komplexität der Probleme Afrikas zu kapitulieren”, so der Vorstandsvorsitzende. Dazu seien unter anderem politische Instabilität in vielen afrikanischen Ländern, der Kampf um Rohstofferlöse und deren “Umleitung in die eigenen Brieftaschen” nicht nur angesichts lokaler Korruption, sondern auch unter Beteiligung westlicher multinationaler Konzerne, aber auch ethnische und religiöse Konflikte zu zählen. 100 Millionen Euro habe Oikocredit derzeit in Afrika veranlagt, was etwa 16 Prozent des gesamt investierten Anteilskapitals von weltweit mehr als 530 Millionen Euro per Ende 2012 ausmacht.

 

Die Zahl der österreichischen Anleger ist in den ersten zehn Monaten dieses Jahres deutlich, nämlich von 3.462 Anlegen zum Jahresende 2012 auf 4.30 Anlegen im Oktober 2013, gestiegen. Das bedeutet einen Zuwachs von etwa 16 Prozent. Betrug das Gesamtvolumen von Oikocredit Austria Ende 2012 rund 42,05 Millionen Euro, liegt es aktuell bei 53,8 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung von 28 Prozent in den letzten zehn Monaten. “Die Anleger schätzen es, dass eine Anlageform mit Sinn auch wirklich Sinn macht”, schlussfolgerte Püspök.

 

Wilhelm Rasinger vom Interessensverband der Anleger (IVA) unterstreicht diesen Trend: “Wir können eine zunehmende Verlegenheit der Menschen bei der Frage feststellen, wie sie ihr Geld veranlagen sollen. Dabei geht es nicht nur um Maximierung der Renditen, sondern auch um die Frage nach dem ethischen Gehalt und Zweck der Veranlagung”, so Rasinger.

 

Hohe Risikostreuung

 

Oikocredit zeichne sich aus Sicht des Anlegervertreters vor allem durch die hohe Risikostreuung bei gleichzeitiger Distanz zu Strategien einer Konzentration auf wenige Megaprojekte sowie durch eine “seit 38 Jahren bestehende solide Arbeit in der Unterstützung wirtschaftlich vernünftiger Projekte unmittelbar vor Ort” aus. Das führe zu einem enttäuschungssicheren Vertrauensverhältnis der Anleger, sagte Rasinger. Anleger, die eine jährliche Dividende von etwa zwei Prozent erhalten, könnten so einen persönlichen und sinnerfüllten Bezug zu ihrer Investition aufbauen.

 

Weltweit hat die 1975 vom ökumenischen Weltkirchenrat gegründete Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit rund 48.000 Anleger. Ziel ist die faire Vergabe von Darlehen und die Unterstützung von Partnern in weltweit rund 70 Ländern mit Finanzdienstleistungen, aber auch Capacity Building, sozialer Betreuung und Know-how. Menschen in Armut werden durch Re-Finanzierung sozial nachhaltiger Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften sowie Klein- und Mittelbetrieben unterstützt. Vergeben werden ausschließlich einkommensgenerierende Anschubfinanzierungen für realwirtschaftliche Aktivitäten.

 

Investitionen in die Selbstständigkeit

 

“Unseren Anlegern geht es nicht primär um Gewinnmaximierung, sondern um soziale Problemlösung”, sagte Vorstandsvorsitzender Püspök. Die Geldanlagen sind keine Spende, sondern eine Investition für die Anschubfinanzierung für Kredite und Kapitalbeteiligungen für derzeit 854 Partnerorganisationen in 70 Ländern. 80 Prozent des weltweiten Portfolios – also rund 420 Millionen Euro – werden in die Mikrofinanz investiert, womit etwa 28 Millionen Menschen – 80 Prozent von ihnen sind Frauen, ein Viertel der Bezieher lebt auf dem Land – erreicht werden. Die restlichen 20 Prozent bzw. weltweit rund 110 Millionen Euro gehen an kleine und mittlere Unternehmen und landwirtschaftliche Genossenschaften.

 

“Mindestsicherung heißt für uns, dass jeder eine Chance erhält, wirtschaftlich etwas zu tun, für sich und seine Familie ein Leben in Selbstbestimmtheit und Würde aufzubauen”, so Püspök. So werde Menschen in Ländern, in denen oft kein Zugang zu Finanzdienstleistungen bestehe, geholfen, um Kleinunternehmen aufzubauen und eine Einkommensquelle für ein selbstständiges Leben zu erschließen. Mit einem Darlehen könne etwa der Kauf einer Nähmaschine ermöglicht und damit eine kleiner Schneiderei eröffnet werden. “Bei einem kürzlichen Besuch in Kambodscha durfte ich etwa eine Frau kennenlernen, die mithilfe eines Mikrokredits von gerade einmal 150 Euro eine kleine schwimmende Suppenküche in der Monsunzeit betreiben kann und so zur Unternehmerin wurde”, berichtete Püspök.

 

Armut “ersparen”

 

Die Food and Agriculture Organization (FAO) habe zwar unlängst von einem Rückgang der Zahl der weltweit Hungernden um 26 Millionen Menschen gesprochen. “Aber 80 Prozent dieses Rückgangs betrifft die beiden Länder China und Vietnam. In den 45 ärmsten Ländern der Welt, vor allem in Afrika, ist die Zahl der Hungernden sogar um 25 Prozent gestiegen”, sagte der Vorstandsvorsitzende von Oikocredit Austria. Und mit Blick auf den Weltspartag am 31. Oktober sagte Püspök: “Anleger von Oikocredit leisten einen persönlichen Beitrag, um diese Armut wortwörtlich zu ‘ersparen’, das heißt durch die Vergabe fairer Darlehen, Menschen in besonders armen Regionen auf gleicher Augenhöhe zu unterstützen”.

http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/58293.html

Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/58293.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

 

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