Der weltweit größte Umweltzerstörer, Australien, will Klimaschutz noch verringern! Der neue Premier kippte die CO2-Steuer und Steuern auf Großgewinne der Minenindustrie. In der englischen Siedlerkolonie, deren Land den Bewohner mit Gewalt entrissen worden ist, In Australien befinden sich zehn Prozent der gesamten Kohlevorräte dieser Welt. Down under schlummern auch die größten Vorräte an Eisenerz, nur China fördert derzeit mehr Tonnen als Australien. Dazu kommen etwa massenhafte Vorkommen an Zink, Uranium, Silber oder dem Aluminium-Erz Bauxit. Mit 19 Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf und Jahr gilt Australien unter den entwickelten Nationen als weltweit größter Klimasünder. Noch immer werden fast 75 Prozent des nationalen Strombedarfs aus umweltschädlichen Kohlekraftwerken gewonnen – trotz der Förderung alternativer Energiequellen wie Solarzellen, Wind oder Wasserkraft. Die meisten Subventionen wurden auf Druck von Kohleenergiekonzernen aber wieder zurückgefahren. Umweltschutzmaßnahmen der Labor-Regierung wurden freilich eindeutig abgewählt. Denn die Konzerne gaben die zusätzlichen Belastungen weiter: So erhöhten sich die Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts für Strom innerhalb eines Jahres um 15 Prozent. Die Energierechnung erhöhte sich durch die CO2-Steuer und anderer “grüner” Maßnahmen um 19 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg die Arbeitslosenrate bei Arbeitern laut einer Untersuchung des Washingtoner Institute for Energy Research um mehr als zehn Prozent. Die CO2-Steuer kann frühestens im Juli 2014 durch den neuen Senat gekippt werden. Energiekonzerne haben angekündigt, dass sie die Stromtarife in den nächsten zwei Jahren nicht senken werden.

Australien vernachlässigt den Klimaschutz

DAVID KRUTZLER, 25. September 2013, 18:36
  • Künftig müssen australische Rohstoffkonzerne keine Steuern für Umweltverschmutzung mehr zahlen.
    foto: reuters/wimborne

    Künftig müssen australische Rohstoffkonzerne keine Steuern für Umweltverschmutzung mehr zahlen.

Der neue Premier kippte die CO2-Steuer und Steuern auf Großgewinne der Minenindustrie. Dabei ist das Land einer der größten Klimasünder

Sydney/Wien – Er könne es nicht erwarten, wieder Bulldozer anzuwerfen und Baukräne in den Himmel wachsen zu sehen, sagte Tony Abbott noch im Wahlkampf. Als neu gewählter australischer Premierminister legte der konservative Politiker der Liberalen Partei Australiens nach: “Unser Land ist unter neuem Management und offen für neue Geschäfte.” Nichts soll den Rohstoffboom stoppen, der dem Land Wohlstand und Reichtum geschenkt hat – und der, laut Abbott, unter der abgewählten Regierung der Labor Party eingebrochen ist.

In Australien befinden sich zehn Prozent der gesamten Kohlevorräte dieser Welt. Down under schlummern auch die größten Vorräte an Eisenerz, nur China fördert derzeit mehr Tonnen als Australien. Dazu kommen etwa massenhafte Vorkommen an Zink, Uranium, Silber oder dem Aluminium-Erz Bauxit. Einige Gegenden im Outback sind längst übersät von Minenlöchern. Geht es nach der neuen Regierung, soll der gigantomanische Golfplatz weiter wachsen. “Wir werden den Appetit auf Risiko und Investitionen wecken”, sagte Andrew Robb, seit 18. September neuer Wirtschaftsminister.

Steuern gekippt

Zu fürchten haben investitionswillige Bergbaukonzerne nichts: Als erste Amtshandlung versprach Premierminister Abbott das Aus für die erst im Juli 2012 in Kraft getretenen Steuern auf CO2 und auf Rekordgewinne von Minenunternehmen. Mit der CO2-Steuer wurden die größten Umweltverschmutzer zur Kasse gebeten: Die Emission von 25.000 Tonnen CO2 pro Jahr sollte folgenlos sein, jede Tonne mehr kostete zunächst 23 Australische Dollar und seit 1. Juli dieses Jahres 24,15 Australische Dollar (rund 17 Euro). Mit den Einnahmen sollte der Ausbau von erneuerbaren Energiequellen vorangetrieben werden.

Diese Umweltschutzmaßnahmen der Labor-Regierung wurden freilich eindeutig abgewählt. Denn die Konzerne gaben die zusätzlichen Belastungen weiter: So erhöhten sich die Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts für Strom innerhalb eines Jahres um 15 Prozent. Die Energierechnung erhöhte sich durch die CO2-Steuer und anderer “grüner” Maßnahmen um 19 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg die Arbeitslosenrate bei Arbeitern laut einer Untersuchung des Washingtoner Institute for Energy Research um mehr als zehn Prozent.

Dabei sollte Australien als weltgrößter Kohle-Exporteur dringend wirksame Programme für den Umweltschutz entwickeln. Mit 19 Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf und Jahr gilt Australien unter den entwickelten Nationen als weltweit größter Klimasünder. Noch immer werden fast 75 Prozent des nationalen Strombedarfs aus umweltschädlichen Kohlekraftwerken gewonnen – trotz der Förderung alternativer Energiequellen wie Solarzellen, Wind oder Wasserkraft. Die meisten Subventionen wurden auf Druck von Kohleenergiekonzernen aber wieder zurückgefahren.

Premier als Klimaskeptiker

Premierminister Abbott ist ein selbsternannter Klimaskeptiker. An eine von Menschen verursachte globale Erwärmung glaubt der 55-jährige ehemalige Priesteranwärter nicht. Studien über den Klimawandel kanzelte er als “absoluten Mist” ab. Nach seinem Amtsantritt drehte er einer Einrichtung zur Klimaüberwachung den staatlichen Geldhahn zu. Dank privater Spenden wird das Projekt mit dem entlassenen Leiter Tim Flannery als gemeinnütziges Unternehmen aber weitergeführt. Welche Anreize die neue Regierung den großen Firmen geben will, um ihren CO2-Ausstoß zu verringern, ist hingegen noch nicht bekannt. Abbott kündigte an, für den Klimaschutz Millionen Bäume pflanzen zu lassen.

Dabei sind trotz der umstrittenen CO2-Steuer die Emissionen klimaschädlicher Gase in Australien auch im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Die australische Regierung geht davon aus, dass sich dieser Trend bis 2043 fortsetzen wird.

Die CO2-Steuer kann frühestens im Juli 2014 durch den neuen Senat gekippt werden. Energiekonzerne haben angekündigt, dass sie die Stromtarife in den nächsten zwei Jahren nicht senken werden. (David Krutzler, DER STANDARD, 26.9.2013)

http://derstandard.at/1379292084987/Australien-vernachlaessigt-Klimaschutz

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s