Gewaltspirale in Griechenland: Nach Mord an linksstehendem Musiker jetzt Mord an zwei Rechtsradikalen: Die Angst vor politischer Instabilität und einer Eskalation der Gewalt wächst. Der Vorfall hat die Öffentlichkeit alarmiert. So sieht die linksliberale Zeitung «Eleftherotypia» in dem Vorfall den Beginn heftiger Zusammenstösse zwischen Rechts- und Linksextremen und befürchtet, dass sich die Gewalt nicht auf diese Gruppen begrenzen lasse. So begännen Bürgerkriege, schreibt sie. Auch Panos Kammenos, Chef der rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen, sagte, die Täter wollten das Land in einen Bürgerkrieg stürzen.

Ungeklärter Mord an Neonazis

Angst vor Gewaltspirale in Griechenland

Auslandnachrichten Vor 47 Minuten
Polizisten am Tatort im Athener Vorort Neon Herakleion.
Polizisten am Tatort im Athener Vorort Neon Herakleion. (Bild: Imago)
Der tödliche Angriff auf zwei Rechtsextremisten hat Griechenland alarmiert. Die Angst vor politischer Instabilität und einer Eskalation der Gewalt wächst.

ela. Der Angriff auf zwei Mitglieder der griechischen Neonazi-Partei Chryssi Avgi (Goldene Morgenröte) schürt die Angst vor einer Eskalation der Gewalt. Die 22 beziehungsweise 26 Jahre alten Männer waren am Freitagabend von zwei bisher unbekannten Tätern vor dem Büro der Partei im Athener Stadtteil Neo Iraklio erschossen worden. Ein weiterer Mann befand sich am Sonntag noch in kritischem Zustand im Spital.

Die Polizei vermutet die Täter im linksextremistischen Spektrum; sie sprach von einem «professionell ausgeführten» Angriff. Laut griechischen Medien konzentriert sich die Suche derzeit auf die «Sekte der Revolutionäre», da diese bei vorherigen Angriffen ebenfalls eine Zastava-Pistole verwendet habe. Zudem hatte es Hinweise gegeben, dass sich linke Organisationen für den Mord an Pavlos Fyssas rächen wollten. Der antifaschistisch engagierte Musiker war Mitte September von einem Chryssi-Avgi-Mitglied erstochen worden. Allerdings kann wohl auch nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei dem Angriff um eine Abrechnung im kriminellen Milieu handelt. So sollen viele Parteimitglieder Kontakte zur Unterwelt haben und in Erpressungen, Geldwäsche und Gewalttaten verstrickt sein.

Welche Motive auch immer hinter dem Angriff stecken – der Vorfall hat die Öffentlichkeit alarmiert. So sieht die linksliberale Zeitung «Eleftherotypia» in dem Vorfall den Beginn heftiger Zusammenstösse zwischen Rechts- und Linksextremen und befürchtet, dass sich die Gewalt nicht auf diese Gruppen begrenzen lasse. So begännen Bürgerkriege, schreibt sie. Auch Panos Kammenos, Chef der rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen, sagte, die Täter wollten das Land in einen Bürgerkrieg stürzen.

Die Zeitung «Kathimerini» mahnte, die Täter und deren Motive rasch zu ermitteln, um Verschwörungstheorien das Wasser abzugraben. Zudem warnte das Blatt davor, Chryssi Avgi infolge der tödlichen Schüsse einseitig in einer Opferrolle zu sehen. Einige Wähler hatten sich nach dem Mord an Fyssas von der Partei distanziert, und auch die Justiz war in letzter Zeit härter gegen die Neonazis vorgegangen.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s