Jetzt droht auch in Yemen die Gewalt zu eskalieren und ein Konfessionskrieg zwischen muslimischen Sunniten und Schiiten. Im Norden Jemens sind letzte Woche Kämpfe zwischen der Huthi-Miliz und Salafisten ausgebrochen, die nach lokalen Medienberichten bisher an die hundert Todesopfer gefordert haben sollen. In allen Teilen des Landes nimmt die Gewalt zu, deren Hintergründe angesichts der Vielzahl von Akteuren aber schwer auszumachen sind. Gleichzeitig bricht die Wirtschaft des Landes allmählich zusammen, und die Zahl der Hungernden nimmt stetig zu. Bei den Kämpfen kamen in den vergangenen Jahren bereits tausende Menschen ums Leben, Zehntausende wurden zu Flüchtlingen! Der arabische Frühling kam auch deshalb nicht voran, weil der Westen den Diktator gegen die Demokratiebewegung unterstützten!

Kämpfe in Jemen

Angriff auf Salafisten-Hochburg

Auslandnachrichten Heute, 21:04
Huthi griefen eine Hochburg der Salafisten an.
Huthi griefen eine Hochburg der Salafisten an. (Bild: REUTERS/Mohamed al-Sayaghi)
Die Polarisierung zwischen Sunniten und Schiiten nimmt auch in Jemen zu. Sie verstärkt saudische Ängste, von Iran allmählich eingekreist zu werden.
Jürg Bischoff, Beirut

Im Norden Jemens sind letzte Woche Kämpfe zwischen der Huthi-Miliz und Salafisten ausgebrochen, die nach lokalen Medienberichten bisher an die hundert Todesopfer gefordert haben sollen. Die Huthi, die der schiitischen Religionsgemeinschaft der Zaiditen angehören, belagern und beschiessen eine salafistische Religionsschule in Dammaj, wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt Saada entfernt. Versuche, einen Waffenstillstand zu vermitteln, sind bisher gescheitert.

Studenten oder Bewaffnete?

Die Huthi beschuldigen die Salafisten, Tausende von ausländischen Kämpfern in Dammaj zusammengezogen zu haben, und verlangen deren Abzug. Die Salafisten behaupten, in ihrem Institut hielten sich nur Studenten auf und die Beschiessung mit Raketen und Panzergranaten sei völlig ungerechtfertigt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat schon zwei Appelle erlassen, um Zugang nach Dammaj zu erhalten, wo Hunderte von Verletzten Hilfe brauchen. Eine von Präsident Hadi eingesetzte Vermittlungskommission versucht seit Tagen ebenso erfolglos, einen Waffenstillstand zu vermitteln.

Die Huthi haben in sechs Feldzügen seit 2004 und in den revolutionären Wirren nach 2011 weite Teile Nordjemens unter ihre Kontrolle gebracht. Sie stellen heute eine bedeutende politische und militärische Kraft dar und sind auch im nationalen Dialog vertreten, der seit zehn Monaten über eine neue politische Ordnung für Jemen debattiert. Ihre Antagonisten sind der Ahmar-Klan, der Jemens wichtigste Stammesföderation beherrscht, und die mit ihm verbündete Islah-Partei, die von Islamisten getragen wird.

Herausforderung an Riad

Die Arbeiten des nationalen Dialogs sind verlängert worden, weil sich die Delegierten bisher auf kein Leitbild für die neue Verfassung einigen konnten. Mit Intrigen und Gewalt suchen politische Interessengruppen den Ausgang der Beratungen zu beeinflussen oder zu sabotieren. In allen Teilen des Landes nimmt die Gewalt zu, deren Hintergründe angesichts der Vielzahl von Akteuren aber schwer auszumachen sind. Gleichzeitig bricht die Wirtschaft des Landes allmählich zusammen, und die Zahl der Hungernden nimmt stetig zu.

Saudiarabien hat kürzlich angekündigt, es werde seine Finanzhilfe an Sanaa einstellen, da Jemen nicht auf dem richtigen Weg sei. Der Führung in Riad dürfte vor allem die Stärke der Huthi missfallen, denn sie sieht in ihnen iranische Agenten und in ihrem Kampf eine neue Einmischung Teherans in Saudiarabiens ureigene Einflusssphäre. Kann der Konflikt in Saada nicht gestoppt werden, droht ein Konfessionskrieg, der Jemen nicht nur mehr Elend und Zerstörung bringt, sondern auch die saudischen Ängste verschärft, von Iran zunehmend eingekreist zu werden.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/angriff-auf-salafisten-hochburg-1.18178678

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Jemen (Jemen)

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Der militärische Konflikt mit der zaiditischen al-Huthi-Bewegung im Nordjemen, der sich auch auf angrenzende Gouvernements und Saudi-Arabien ausgedehnt hat, hat Tausende Todesopfer gefordert und schätzungsweise 77.000 Zivilisten in die Flucht getrieben. Hussein Badr ed-Din al-Huthi war bereits im September 2004 nach einer dreimonatigen Rebellion getötet worden. Präsident Salih gewährte am 25. September 2005 den inhaftierten Anhängern (über 600 Personen) des schiitischen Predigers Amnestie; allerdings kam es später zu neuen Festnahmen und Verurteilungen, auch Todesstrafen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Jemen

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