Somalia: Piraten, Al Shaba! Nicht illegales Leerfischen der Gewässer auch durch europäische Schiffe! Ablagerung von Giftmüll aus Europa in und vor Europa, auch aus Deutschland! Unsere Medien und Politik haben eine Masche. Die Afrikaner sind immer die Täter, vor denen wir schützen müssen! Wir sind die Guten! Hier einige Gründe, das anders zu sehen und warum sich Somalis nicht wegen der Sharia radikalisieren und den Westen bekämpfen: „Illegale Fischerei profitiert von EU-Einsatz am Horn von Afrika: Erst der industrielle Fischraub nach dem Kollaps des somalischen Staates 1991 machte viele Somalier zu Piraten.“ Die Ökomafia verschiebt mithilfe Schweizer Finanziers und Treuhändern Giftmüll nach Afrika und vor allem auch nach Somalia. Die Gewinne werden danach in Steueroasen transferiert und gewaschen. Es lässt sich anhand von Ladungslisten von einem Schiff, das Giftmüll in Afrika entsorgen sollte, belegen, dass auch deutsche Unternehmen unter den Mülllieferanten waren. Der Chemieriese BASF aus Ludwigshafen ließ demzufolge einen Teil seines Mülls über Italien entsorgen, die Bayer AG aus Leverkusen, die Dynamit Nobel AG aus Rheinfelden, die Firma Hoechst aus Frankfurt am Main, die Schering Industrie Chemikalien aus Bergkamen und viele andere Konzerne aus Europa und Übersee. Viel davon landete in Somalia, eine italienische Journalistin, die das nachforschte wurde in Somalia getötet.

Frachtschiff

Frachtschiff

Foto: über dts Nachrichtenagentur

Studie: Piraten erbeuteten 306 Millionen Euro Lösegeld

Epoch Times, Samstag, 2. November 2013 13:07

Piraten vor Somalia haben in den Jahren 2005 bis 2012 bis zu 306 Millionen Euro Lösegeld für gekaperte und entführte Schiffe und deren Besatzungen kassiert. Dies geht aus einer Studie von Weltbank, Vereinten Nationen und Interpol hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde. Insgesamt sei durch Piraterie ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 13 Milliarden Euro entstanden.

Die von den Reedereien gezahlten Lösegelder seien dabei nicht vornehmlich an die Piraten selbst geflossen, sondern an deren Hintermänner. Bei den Piraten verbleibe weniger als 0,1 Prozent der Lösegelder, hieß es. Der Löwenanteil der Gelder flösse in kriminelle Machenschaften wie Waffen- und Menschenhandel sowie zur Finanzierung somalischer Milizen. Durch die starke Präsenz internationaler Marineverbände am Horn von Afrika ist die Zahl der Überfälle nach ihrem Höhepunkt 2011 deutlich zurückgegangen.

(dts Nachrichtenagentur)

http://www.epochtimes.de/Studie-Piraten-erbeuteten-306-Millionen-Euro-Loesegeld-a1105298.html

Illegale Fischerei profitiert von EU-Einsatz am Horn von Afrika

20.11.2008 | 13:29 |   (DiePresse.com)

Erst der industrielle Fischraub nach dem Kollaps des somalischen Staates 1991 machte viele Somalier zu Piraten.

Wenn die Europäische Union den Kampf gegen die Piraten vor der Küste Somalias aufnimmt, dann werden wohl nicht nur Handelsschiffe von der wachsenden Sicherheit profitieren. Nutzen wird dieser Einsatz am Horn von Afrika nach Expertenangaben zugleich auch hunderten illegal operierenden Fisch-Trawlern aus der EU, Russland und Asien. Mit ihren Raubzügen nach dem Kollaps des somalischen Staates 1991 aber hatten diese Fischereiboote entscheidend zur Ausbreitung der Piraterie beigetragen: Arbeitslos gewordene somalische Fischer wurden damals zu Seeräubern, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Bis zu 700 ausländische Fischereiboote

Nach einem Bericht der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO drangen in den Jahren nach 1991 bis zu 700 ausländische Fischereiboote auf der Jagd nach Thunfisch, Hai und Shrimps bis dicht an die somalische Küste vor. Rücksicht auf die einheimischen Fischer nahmen sie nicht. Im Gegenteil: Laut einem Bericht der Londoner Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Environmental Justice Foundation rammten die Invasoren die Boote einheimischer Fischer, beschossen deren Insassen mit Wasserkanonen, kappten ihre Netze und nahmen dabei selbst den Verlust von Menschenleben in Kauf.

Die somalischen Fischer hätten sich dann bewaffnet, um ihre Lebensgrundlage zu verteidigen, berichtet der kenianische Experte Andrew Mwangura, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten erscheinenden Zeitung “The National”. Mwangura, dessen Seafarers Assistance Programme in 90 Prozent aller Kaperungen zwischen somalischen Piraten und Reedern vermittelt, nennt illegales Fischen als Wurzel der Piraterie. Zunächst hätten maritime Milizen vor den rund 3.000 Kilometer langen Küsten illegal fischende Trawler aufgebracht und “Lizenz-Zahlungen” für deren Schwarzfischerei erhoben. Und weil das funktioniert habe, hätten sie später auch Handelsschiffe gekapert, sagt Mwangura.

Anette Weber, Expertin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik für die Region, bestätigt diese Analyse. Die Verdrängung der Subsistenzfischer aus ihren Fanggründen und das gleichzeitige Fehlen staatlicher Strukturen seien Auslöser einer Spirale gewesen, die heute Piraterie zu einem lukrativen Geschäft krimineller Netzwerke mache.

Inzwischen sind die Piraten laut Mwangura bestens ausgerüstet und werden finanziert von Hintermännern, die in luxuriösen Villen in Kenia, Großbritannien oder Kanada, der größten somalischen Exilgemeinde, leben. Dass den inzwischen fünf großen Piraten-Banden immer wieder auch Fischereischiffe aus aller Welt in die Fänge geraten, liegt wiederum an den verlockenden Profiten, die in den fischreichen Gründen vor Somalia gemacht werden können.

Jährlich bis zu 94 Millionen Dollar Schaden

Schätzungen der FAO zufolge plünderten internationale Schwarzfischer vor Somalia bis zu ihrer teilweisen Vertreibung durch die Piraten jährlich Fisch und Krustentiere im Wert von etwa 94 Millionen Dollar. Etliche dieser Fischräuber fahren unter fremden Billigflaggen wie etwa von Panama, Belize oder Honduras, weil keiner dieser Staaten die Einhaltung internationaler Abkommen zu Fangbegrenzungen oder dem Artenschutz überwacht. Nach einer von der australischen Regierung finanzierten und der Umweltschutzorganisation WWF erstellten Studie besitzen spanische Eigner die weltweit viertgrößte Flotte von Schiffen unter Billigflaggen und stehen unter dem Verdacht der Fisch-Piraterie.

Je sicherer Marineschiffe aus der EU die Gewässer vor Somalia machen, umso größer werden dann nach den Expertenangaben auch wieder die Profite jener Fisch-Räuber, die die Piraterie einst selbst provoziert hatten. Das Problem der Raubfischerei europäischer Thunfischfänger vor Somalia ist Weber zufolge “viel zu spät auf den Schirm der Wahrnehmung geraten”. Der Grund: “Wir profitieren alle davon”, sagt sie.

(APA)

http://diepresse.com/home/panorama/welt/431803/Illegale-Fischerei-profitiert-von-EUEinsatz-am-Horn-von-Afrika-

Giftigen und strahlenden Müll zu entsorgen, diese Marktlücke hat die Mafia genutzt. (Bild: picture alliance / dpa - Wolfram Steinberg) Giftigen und strahlenden Müll zu entsorgen, diese Marktlücke hat die Mafia genutzt. (Bild: picture alliance / dpa – Wolfram Steinberg)

Geschäfte, die zum Himmel stinken

Sandro Mattioli und Andrea Palladino: “Die Müllmafia – Das kriminelle Netzwerk in Europa”

Von Mirko Smiljanic

Wer Müll aus Industrieanlagen oder Atomkraftwerken ordnungsgemäß beseitigt, bezahlt viel Geld. Umgekehrt gilt: Wer Müll illegal beseitigt, spart viel Geld. Und genau dieses Prinzip hat die italienische Mafia als Marktlücke genutzt, wie die beiden Journalisten Sandro Mattioli und Andrea Palladino in ihrem Buch zeigen.

Amantea im Dezember 1990. Staunend stehen ein paar Kinder am Strand der kalabrischen 12.000-Seelen-Gemeinde und zeigen mit Fingern auf ein gestrandetes Schiff, das sich wie ein toter Wal in den Wellen des Tyrrhenischen Meeres hin und her wälzt. “Rosso” steht gut lesbar auf Bug und Heck des Frachters, “Rot”, die Reederei Ignazio Messina benennt ihre Schiffe nach Farben. Warum ist die “Rosso” gestrandet? Wichtiger noch: Was hat sie geladen? In den 80er-Jahren transportierte sie illegal nach Afrika exportierten Giftmüll zurück nach Italien. Hat sie gefährlichen Abfall an Bord? Schwermetalle? Dioxine? Möglicherweise radioaktives Material aus Atomkraftwerken?

20 Jahre später, im August 2010, suchen die Journalisten Sandro Mattioli und Andrea Palladino nach Spuren der Havarie. Vom Frachter finden sie nichts mehr, längst wurde er von einer niederländischen Firma verschrottet. Und was mit der Ladung geschehen ist, weiß niemand. Hartnäckig hält sich nach Angaben der Autoren bis heute aber das Gerücht, nach der Strandung hätten LKW-Fässer zum nahe gelegenen Tal des Flusses Oliva gefahren, wo sie von Mitgliedern des Mafiaclans ‘Ndrangheta vergraben worden seien. Beweisen konnte das Gerücht niemand, in der Folgezeit erkrankten aber viele Bewohner Amanteas an Krebs.

“27 Krankheiten und Krebsarten treten hier häufiger auf, als statistisch zu erwarten wäre. Die Sterblichkeit ist vergleichsweise hoch, sie lässt sich nicht einzelnen Krebsarten zuordnen, auch wenn auffällig viele Tumore im Darm, der Leber, im Genitalbereich und bei Frauen in der Brust zu verzeichnen sind. Die Zahl der Krebserkrankungen, die nicht tödlich enden, ist ebenfalls signifikant hoch.”

Wer Müll aus Industrieanlagen oder Atomkraftwerken ordnungsgemäß beseitigt, bezahlt viel Geld. Umgekehrt gilt: Wer Müll illegal beseitigt, spart viel Geld. In jahrelangen, teilweise von der Otto-Brenner-Stiftung finanzierten Recherchen, sind die Journalisten Sandro Mattioli und Andrea Palladino diesen Machenschaften nachgegangen. Sie deckten die Methoden der Müllmafia auf: Wie hochgiftiger Müll nach Afrika transportiert und achtlos gelagert wurde; wie dieser Müll auf Druck von Umweltverbänden nach Italien zurückgeholt werden musste; wie einige dieser Müllschiffe mit ihrer brisanten Fracht vor der italienischen Küste aus nie geklärten Gründen sanken; wie ein Teil des Mülls wie in Amantea einfach vergraben wurde – dreckige Geschäfte, sagt Sandro Mattioli, an denen alle verdienten. Diese “alle” bildeten ein ausgeklügeltes Netzwerk – ohne direkte Kontakte.

“Da waren dann im Normalfall Vermittler zwischengeschaltet, Schweizer Vermittler beispielsweise, sodass es gar keinen Kontakt zwischen der schmutzigen Entsorgungsbranche und den sauber produzierenden Müllverursachern zustande kam. Es lässt sich aber anhand von Ladungslisten von einem Schiff, das Giftmüll in Afrika entsorgen sollte, lässt sich belegen, dass auch deutsche Unternehmen unter den Mülllieferanten waren.”

Der Chemieriese BASF aus Ludwigshafen ließ demzufolge einen Teil seines Mülls über Italien entsorgen, die Bayer AG aus Leverkusen, die Dynamit Nobel AG aus Rheinfelden, die Firma Hoechst aus Frankfurt am Main, die Schering Industrie Chemikalien aus Bergkamen und viele andere Konzerne aus Europa und Übersee. Lassen sich solche Geschäfte auf Dauer an den Behörden vorbei abwickeln? Nein, sagt Mattioli, das war weder möglich noch nötig.

“Was mich am meisten überrascht hat, dass dieses Netzwerk keinesfalls gegen die Politik oder gegen die Regierung gearbeitet hat, sondern mithilfe von Geheimdienstagenten. Das fand ich sehr überraschend, dass es wohl doch ein Müllentsorgungssystem gab, was man nach heutigen Kriterien definitiv als kriminell bezeichnen würde, was aber von politischen Institutionen gewollt war.”

Dabei habe die Mafia auch nicht vor Morden zurückgeschreckt: In Somalia wurde eine italienische Journalistin getötet, die den italienischen Müllgeschäften auf der Spur war, …

“… und es ist ein italienischer Ermittler namens Natale de Grazia, der Ermittlungen zu den Giftmüllschiffen und Giftmülltransporten in Italien recherchiert hat und kurz vor Vollendung seiner Recherchen gestorben ist. Es ist nicht bewiesen, dass er umgebracht worden ist, aber seine früheren Kollegen, die mit ihm gearbeitet haben, sagten mir, sie wussten sofort, dass er umgebracht worden ist.”

In Reportagen zeichnen Sandro Mattioli und Andrea Palladino ein Bild krimineller Machenschaften, wie man es sich selbst in Italien kaum noch vorstellen kann. Leider bedient sich das Autorenduo einer streckenweise unangemessenen Sprache: Blumig ergeht es sich in Andeutungen, wo klare Fakten gefragt wären; und die Zeitsprünge nachzuvollziehen, gelingt auch nicht immer. Investigativ arbeitende Journalisten, als solche sehen sie sich, sollten prägnant und klar strukturiert schreiben.

Trotz dieser Einschränkung ist “Die Müllmafia – Kriminelle Netzwerke in Europa” ein lesenswertes Buch, beschreibt es doch wieder einmal die perfide Macht der Mafia, die vor allem auf einem beruht: auf Angst!

“Nichts sehen, nichts hören, vor allem den Mund halten, so funktioniert die Welt hier, weil die Mafia es so will. Die Menschen schweigen, schweigen, schweigen, selbst wenn ihnen der Boden unter den Füßen vergiftet wird.”

So ein Zitat aus dem Buch “Die Müllmafia – Das kriminelle Netzwerk in Europa” von Sandro Mattioli und Andrea Palladino.
Das Buch ist im Herbig-Verlag erschienen, es hat 255 Seiten und kostet 19,99 Euro.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1738044/

 Dreckiges Geschäft mit dem Giftmüll

Von Von Michael Breu. Aktualisiert am 12.11.2012 29 Kommentare

Wie die Ökomafia mithilfe Schweizer Finanziers und Treuhändern Giftmüll nach Afrika verschiebt. Die Gewinne werden danach in Steueroasen transferiert und gewaschen.

Müll-Mafia: Das organisierte Verbrechen verdient Milliarden mit der Entsorgung von Abfall.

Müll-Mafia: Das organisierte Verbrechen verdient Milliarden mit der Entsorgung von Abfall.

Das Geschäft mit dem Müll kenne keine Konjunktur, sagt Michele Buonomo, Präsident der italienischen Umweltschutzorganisation Legambiente. Auch wenn die Finanzen in Schieflage seien, gebe es immer einen Markt, der sich der Abfallentsorgung annehme, meint er. Dabei handle es sich in Italien oft um illegale Geschäfte. «Doch wen kümmert das hier?» Buonomo ist konsterniert. Seit mehreren Jahren kämpft er zuvorderst gegen die Ökomafia, die seit den Achtzigerjahren mit der illegalen Entsorgung von Giftmüll ein einträgliches Geschäft betreibt. Sie hat damit in den vergangenen zehn Jahren mindestens 43 Milliarden Euro verdient.

Auch der italienische Journalist Roberto Saviano, Autor des Buches «Gomorrah», klagt seit sechs Jahren die Mafia an, Giftmüll illegal unter die Felder zu pflügen oder auf Schiffen zu transportieren, die dann irgendwo zwischen Kalabrien und der nordafrikanischen Küste versenkt werden. Die aktuelle Wirtschaftskrise verleihe der Mafia nun zusätzlichen Aufschwung; Mafiaexperte Saviano ist deshalb überzeugt, dass die Clans inzwischen den Bau- und Entsorgungssektor Italiens beherrschen, wie er in einer Analyse aufzeigte. Wie die Ökomafia genau agiert, ist wenig bekannt: «Das System ist heute raffinierter. Statt den Müll zu vergraben, bevorzugt man heute bestimmte Gebiete, in denen man den Abfall verbrennt», sagte Buonomo gegenüber dem Deutschlandradio.

Verbindungen in die Schweiz

Während der Giftmüll in Italien bleibe oder zu einem grossen Teil nach Somalia verschifft werde, führten die Geschäfte indirekt nach wie vor auch in die Schweiz und ins Fürstentum Liechtenstein, so Buonomo. Das legen auch Äusserungen des italienischen Staatsanwaltes Nicola Gratteri von der Direzione Distrettuale Antimafia nahe, als er Anfang März 2012 im Rahmen von ­Crimine 2 eine international konzertierten Aktion gegen die kalabrische Mafiavereinigung ’Ndrangheta ankündigte. Ein weiterer Hinweis für mögliche Verbindungen ist, dass in der Schweiz gleich mehrere mutmassliche Mitglieder der vier wichtigsten Mafiaorganisationen – Cosa Nostra, ’Ndrangheta, Comorra und Sacra Corona Unita – einen Wohnsitz haben, wie der Bundesrat, ebenfalls im Frühjahr 2012, bei der Präsentation der «kriminalstrategischen Priorisierung» sagte.

Auch zeige die Art der Verdachtsmitteilungen, die bei der Schweizer Meldestelle für Geldwäscherei (Mros) und der Financial Intelligence Unit des Fürstentums Liechtenstein (Fiu) eingehen, dass es einen Zusammenhang zwischen Geldwäscherei, Mafia und illegaler Giftmüllentsorgung gibt, so ein Insider. Belastendes Material über diesen Zusammenhang zu finden, ist jedoch schwierig. Die beiden Journalisten Sandro Mattioli und Andrea Palladino haben sich die Mühe gemacht und Daten über die «Müll-Mafia» zusammengetragen. In ihrem gleichnamigen, im Münchner Herbig-Verlag erschienenen Buch geben sie Auskunft über «das kriminelle Netzwerk in Europa».

Die Geschichte der «Jolly Rosso»

Zeitgleich hat der Fernsehjournalist Paul Moreira für den deutsch-französischen Sender Arte einen Dokumentarfilm mit dem Titel «Somalia und die Giftmüllmafia» produziert, und die Umweltschutzorganisation Legambiente hat in ihrem Jahrbuch zur Ökomafia neue, heisse Spuren versammelt. Insgesamt ergibt sich ein abgerundetes Bild. Detailliert haben Mattioli und Palladino die Geschichte der «Jolly Rosso» nachgezeichnet.

Nachdem das Frachtschiff bereits in den Achtzigerjahren mehrfach Giftmüll ins Ausland transportierte, musste es auslaufen, um rund 10 000 Fässer mit giftigem Inhalt aus dem Libanon wieder nach Italien zurückzubringen. Doch der Frachter strandete aus bis heute ungeklärten Gründen am 14. Dezember 1990 vor Amantea an der kalabrischen Küste. «Als die ‹Rosso› strandete, war die Hafenbehörde im nahen Vibo Valentia informiert, dass radioaktive Materialien an Board sein könnten. Vermutlich kamen die Hinweise vom italienischen Geheimdienst», schreiben Mattioli und Palladino. Bis heute ist nicht geklärt, was später mit den Fässern geschehen ist. Buonomo vermutet, dass sie im Mittelmeer illegal entsorgt wurden. Brisant: Im Giftmüll sollen auch radioaktive Abfälle aus der Schweiz enthalten gewesen sein, die das italienische Institut für neue Technologien, Energie und nachhaltige Entwicklung (Enea) während der Achtzigerjahre in Rotondella, Provinz Matera, lagerte. Auch legen die Frachtbriefe anderer Giftmüllschiffe nahe, dass Abfälle aus der Schweizer Chemieindustrie dabei gewesen sein könnten; so lud etwa die gestrandete «Zanoobia» Fässer von Ciba Geigy, Sandoz und Eastman Chemical für die Entsorgung im Ausland.

Nur am Rande zeigen die beiden Journalisten Mattioli und Palladino die wirtschaftlichen Verflechtungen auf. Einzig das an der Via Landriani in Lugano ansässige Unternehmen Oceanic Disposal Management (ODM) wird angeführt. Hier schliessen das Jahrbuch der Legambiente und der Bericht «The toxic ships» von Greenpeace Italien eine entscheidende Lücke. Das Unternehmen ODM zum Beispiel wurde 1995 gegründet und mit zwölf Millionen Dollar kapitalisiert. Mehrere Dokumente bestätigen, dass ODM in den Neunzigerjahren aktiv nach Unternehmen suchte, die ihre radioaktiven Abfälle im Meer verklappen wollten. Im Februar 1996 wurden die Aktivitäten von ODM eingestellt, das Unternehmen Georadar International SA mit Sitz in Luxemburg ging daraus hervor, ist selbst aber seit August 2012 in Liquidation.

Schweizer Finanziers als Helfer

Zu den geschäftigsten Exporteuren von Giftmüll nach Afrika gehören die beiden Unternehmen Instrumag AG und Bauwerk AG. Die Instrumag mit Sitz in Vaduz wurde 1974 gegründet, ist gemäss liechtensteinischem Handelsregister aber in Liquidation. Die mit der Instrumag verschwisterte Bauwerk, ebenfalls mit Sitz in Vaduz, wurde 1987 gegründet und ein Jahr später liquidiert. Gleich mehrere Verbandelungen von juristischen und wirtschaftlichen Beratungsunternehmen mit Giftmüllentsorgern zeigen die Aktivisten der Umweltschutzorganisationen in ihrem Bericht auf. Dazu gehören Kanzleien mit Sitz in Lugano, Locarno, Genf, Schaan und Vaduz.

Die Ökomafia engagiere «Schweizer Top-Finanziers und Treuhänder, um die Gewinne aus legitimen und illegalen abfallwirtschaftlichen Tätigkeiten in Steueroasen zu transferieren», kommt Greenpeace Italien zum Schluss. Und Buonomo sagt: «Es gibt eine Komplizenschaft zwischen der Industrie, die diesen Müll loswerden will, und dem kriminellen Milieu.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 12.11.2012

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Dreckiges-Geschaeft-mit-dem-Giftmuell/story/18010410

Nach Angaben des UNO-Umweltprogramms UNEP wird seit 1991 Giftmüll vor Somalia verklappt.[5] 2002 wurden tausende tote Fische an die somalische Küste geschwemmt. Presseberichten[5][6] zufolge brach der Tsunami von 2004 zahlreiche Giftmüllfässer auf, deren Inhalt die somalischen Gewässer und Küsten möglicherweise vergiftete.[7] 2008 berichtete die BBC von Erkrankungen im somalischen Küstenort Harardhere, die auf Giftmüll zurückgeführt werden.[8]

http://de.wikipedia.org/wiki/Piraterie_vor_der_K%C3%BCste_Somalias

http://www.dradio.de/images/30641/landscape/

Die grüne Europaabgeordnete erinnert daran, dass über Jahre hinweg europäische Fischtrawler die reichen Gründe vor Somalia leer gefischt hätten. Viele Fischer wurden auf diese Weise geradezu in die Piraterie gezwungen. Ein anderes Problem ist die illegale Verklappung von Giftmüll und atomaren Abfällen vor der somalischen Küste, an der auch europäische Unternehmen beteiligt sein sollen. Die Grünenpolitikerin Beer fordert daher ein verstärktes europäisches Engagement in Somalia selbst.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/889351/

LITERATURDie üblen Machenschaften der Müll-Mafia

Es gibt düstere Geschichten, Menschen werden krank und irgendwann reagieren – vielleicht – die Behörden. Nahe Amantea in Italien wurde vor Jahren Giftmüll vergraben, doch selbst viele der betroffenen Anwohner schweigen, aus Angst vor der Mafia und aus Sorge, die Touristen könnten wegbleiben.

München (dpa) – Es gibt düstere Geschichten, Menschen werden krank und irgendwann reagieren – vielleicht – die Behörden. Nahe Amantea in Italien wurde vor Jahren Giftmüll vergraben, doch selbst viele der betroffenen Anwohner schweigen, aus Angst vor der Mafia und aus Sorge, die Touristen könnten wegbleiben.

Die Journalisten Sandro Mattioli und Andrea Palladino beschreiben in «Die Müllmafia» diesen und andere Fälle, in denen gewaltige Mengen Giftmüll zulasten von Menschen und Umwelt illegal entsorgt wurden. – Mindestens 39 Giftmüllschiffe mit teils hochradioaktiver Ladung seien zwischen 1979 und 1995 im Mittelmeer versenkt worden, etliche toxische Ladungen nach Somalia gebracht, haben die Autoren recherchiert.

Ihr Buch ist eine schockierende Bestandsaufnahme der mafiösen Strukturen bei der Industrie- und Atommüllentsorgung. Sie beschreibt ein – bis nach Deutschland reichendes – kriminelles Netzwerk aus Unternehmern, Mafiosi, Politikern und Beamten, das selbst vor der Ermordung unbequemer Fragesteller nicht zurückschreckt.

Sandro Mattioli, Andrea Palladino: Die Müllmafia. Das kriminelle Netzwerk in Europa, Herbig Verlag, München, 256 Seiten mit Abbildungen, 19,99 Euro, ISBN 978-3-7766-2665-0

http://www.news.de/medien/855231188/die-ueblen-machenschaften-der-muell-mafia/1/

https://i0.wp.com/www.arte.tv/de/3909898,property=imageData,v=1,CmPart=com.arte-tv.www.jpg

 

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