Vefahren gegen Argor-Heraeus wegen Goldraub aus dem Kongo, Geldwäsche, Kriegsverbrechen oder Beihilfe zu Kriegsverbrechen – Deutsch-Schweizerische Goldraffinerie soll Raub von Gold aus dem Kongo betrieben haben! Verdacht auf Geldwäscherei, Kriegsverbrechen respektive Beihilfe zu Kriegsverbrechen. Argor-Heraeus ist nach eigenen Angaben einer der grössten Edelmetall-Verarbeiter weltweit. Das Unternehmen ist Mitglied der Swiss Better Gold Association (SBGA). Ins Rollen gebracht hatte das Verfahren die Nichtregierungsorganisation TRIAL. Mit einer Kampagne wollen TRIAL, Conflict Awareness Project und Open Society Justice Initiative die Öffentlichkeit für den Raub von Rohmaterial und für Zusammenhänge zwischen Plünderungen und bewaffneten Konflikten sensibilisieren.

Tessiner Firma soll geraubtes Gold gewaschen haben

( Das Unternehmen Argor-Heraeus stammt aus der Schweiz und wurde 1951 als Argor S.A. in Chiasso im Kanton Tessin gegründet. 1986 fusionierte Argor mit Heraeus aus Frankfurt am Main und mit der Commerzbank International Luxemburg – der Name Argor-Heraeus entstand.)

Aktualisiert um 20:10

Die Bundesanwaltschaft hat gegen die Goldraffinerie Argor-Heraeus ein Verfahren eröffnet. Die Firma soll Gold raffiniert haben, welches aus Plünderungen in der Demokratischen Republik Kongo stammte.

Drei Tonnen geraubtes Gold soll die Firma verarbeitet haben: Bei Argor-Heraeus wird ein Goldbarren gegossen.

Drei Tonnen geraubtes Gold soll die Firma verarbeitet haben: Bei Argor-Heraeus wird ein Goldbarren gegossen.
Bild: Keystone

Die Bundesanwaltschaft hat gegen eine im Tessin ansässige Goldraffinerie ein Verfahren eröffnet, wegen Verdachts auf Geldwäscherei und Kriegsverbrechen respektive Beihilfe zu Kriegsverbrechen. Ins Rollen gebracht hatte das Verfahren die Nichtregierungsorganisation TRIAL.

Der Organisation liegen nach eigenen Angaben vom Montag Informationen vor, wonach die in Mendrisio TI ansässige Goldraffinerie Argor-Heraeus sich schuldig gemacht haben könnte, geraubtes Gold gewaschen zu haben.

TRIAL habe Beweise, sagte der für die Angelegenheit zuständige Anwalt Bénédict De Moerloose in Genf an einer Medienkonferenz. Argor-Heraeus soll demnach zwischen 2004 und 2005 gegen drei Tonnen in der Demokratischen Republik Kongo geplündertes Gold raffiniert haben.

Von bewaffneter Gruppierung geraubt

Geraubt wurde das Edelmetall gemäss den Angaben von der bewaffneten Nationalistischen Front der Integrationisten (FNI). Argor-Heraeus soll laut TRIAL gewusst haben oder hätte zumindest davon ausgehen müssen, dass das Erz aus Plünderungen stamme.

Die Nichtregierungsorganisation verlangte von den Schweizer Behörden, eine Untersuchung zu eröffnen. Bei der Bundesanwaltschaft ging die Klage von TRIAL am Freitag ein, wie eine Sprecherin bestätigte.

Es sei ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Geldwäscherei und Kriegsverbrechen respektive Beihilfe zu Kriegsverbrechen eröffnet worden, teilte die Sprecherin mit. Weitere Angaben zu dem Fall machte sie nicht.

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Auch Metalor im Visier

TRIAL-Chef Philip Grant sagte in Genf, dass auch das Unternehmen Metalor in Neuenburg im Visier stehe. Doch die Beweise seien nicht ausreichend. Mit einer Kampagne wollen TRIAL, Conflict Awareness Project und Open Society Justice Initiative die Öffentlichkeit für den Raub von Rohmaterial und für Zusammenhänge zwischen Plünderungen und bewaffneten Konflikten sensibilisieren.

Argor-Heraeus ist nach eigenen Angaben einer der grössten Edelmetall-Verarbeiter weltweit. Das Unternehmen ist Mitglied der Swiss Better Gold Association (SBGA).

Diese Gruppierung ist mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) für die im Oktober vorgestellte Swiss Better Gold Initiative (SBGI) verantwortlich, die Abbau und Handel von Gold sozial und ökologisch nachhaltiger machen soll. Im ersten Halbjahr 2013 wurden 1600 Tonnen Gold aus der ganzen Welt in die Schweiz importiert. (kpn/sda)

http://bazonline.ch/schweiz/standard/Tessiner-Firma-soll-geraubtes-Gold-gewaschen-haben-/story/10673055

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