Gibt es nun Frieden: Am Montag waren noch 10.000 Kongolesen vor der Gewalt geflohen, 60 Prozent Kinder! Neuankömmlinge im Versorgungszentrum Nyakabande, etwa 20 Kilometer von der Grenze entfernt, berichteten von Leichen, die sie in der DR Kongo am Wegesrand gesehen haben wollen. 16 kongolesische Flüchtlinge und ein Ugander wurden mit Verletzungen die durch umherfliegende Schrapnelle entstanden sind, in ein nahegelegenes Krankenhaus nach Kisoro gebracht. Die hohe Zahl an Verletzten geht auch mit einer Verknappung der medizinischen Hilfsmittel einher. 60 Prozent aller Neuankömmlinge in Nyakabande sind Kinder. Viele von ihnen mussten alleine fliehen oder habe ihre Eltern während der Flucht (aus den Augen) verloren.

Neue Gewalt in DR Kongo – 10.000 fliehen nach Uganda

06 November 2013

© UNHCR/F. Noy
Um die Versorgungslage für viele Flüchtlinge sicherzustellen, bringt UNHCR immer mehr Menschen weg von der Grenze nach Rwamwanja in Uganda.

Nord Kivu – Die Gewalt in der kongolesischen Republik Nord Kivu hat in den vergangenen Tagen erneut zugenommen. Durch die Kämpfe zwischen den Aufständischen der M23-Gruppe und der Regierung mussten 10.000 Menschen über Bunagana nach Uganda fliehen. Sie haben sich in der südwestlichen Provinz Kisoro niedergelassen.

Wie UNHCR-Mitarbeiter in der kongolesisch-ugandischen Grenzregion berichteten, waren am Montag einige Bombeneinschläge am Bunagana-Übergang zu hören. Tausende seien daraufhin panikartig über die Grenze geflohen. Einige hatten Haushaltsutensilien dabei, andere kamen nur mit dem, was sie am Leibe trugen.

Von den Angriffen wurden auch Gegenden in Uganda selbst getroffen. Viele Einheimische brachten sich Richtung Landesinneres in Sicherheit. Läden und Häuser in der Grenzregion wurden geschlossen.

Augenzeugen berichten von Leichen am Wegesrand

Neuankömmlinge im Versorgungszentrum Nyakabande, etwa 20 Kilometer von der Grenze entfernt, berichteten von Leichen, die sie in der DR Kongo am Wegesrand gesehen haben wollen. 16 kongolesische Flüchtlinge und ein Ugander wurden mit Verletzungen die durch umherfliegende Schrapnelle entstanden sind, in ein nahegelegenes Krankenhaus nach Kisoro gebracht. UNHCR-Partner wie Medical Team International (MTI) liefern dem Krankenhaus medizinisches Equipment.

Insgesamt hat UNHCR am Montag 3.624 Menschen aus dem umkämpften Grenzgebiet ins Landesinnere nach Nyakabande gefahren. Das ist die höchste Zahl, seit dem abermaligem Ausbruch der Kämpfe im April 2012. Viele Flüchtlinge machen sich aber auch zu Fuß auf den Weg durch den derzeitigen Regen.

Ernste Probleme mit der Wasserversorgung

Im Versorgungscamp werden derzeit 8.230 Menschen betreut. UNHCR lieferte Zelte, Decken, Schlafmatten, Plastikplanen und Kochgeschirr, während das Welternährungsprogramm (WFP) die Nahrungsmittelversorgung sicherstellt. MTI versorgt die Kranken, die zumeist unter Durchfall leiden und dehydriert sind.

Die Kapazitäten in Nyakabande sind auf 10.000 Personen begrenzt. Daneben wurden mehrere hundert Familien-Zelte aufgebaut. Elf Einheiten beherbergen rund 300 Menschen; eine zwölfte, die zur Zeit errichtet wird, soll 600 Personen aufnehmen können.

Da der Wasserdruck in der Region äusserst schwach ist, ist die Versorgungslage extrem angespannt und eine große Herausforderung. UNHCR arbeitet daran weitere Wasseranschlüsse installieren zu können. Die hohe Zahl an Verletzten geht auch mit einer Verknappung der medizinischen Hilfsmittel einher.

60 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder

60 Prozent aller Neuankömmlinge in Nyakabande sind Kinder. Viele von ihnen mussten alleine fliehen oder habe ihre Eltern während der Flucht (aus den Augen) verloren. 100 Kinder sind von Beginn an unbegleitet unterwegs. Um besser versorgt werden zu können, hat UNHCR damit begonnen, Flüchtlinge nach Rwamwanja in der Norden Ugandas zu verlegen.

Die Situation im Osten der DR Kongo bleibt äußerst angespannt. Eine Rückkehr für Flüchtlinge ist derzeit unmöglich. Sicherheitsposten berichten, dass in der Grenzstadt Bunagana keine Zivilisten mehr ansässig sind.

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http://www.unhcr.de/presse/nachrichten/artikel/498fd6370d60316fa21714f9940a74a1/neue-gewalt-in-dr-kongo-10000-fliehen-nach-uganda.html?L=mootjaugatqkgala

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