Generalstreik: Textilarbeiter in Bangladesh auf den Barrikaden: Multinationale-Textilketten akzeptieren 74 Euro Monatsmindestlohn nicht! Die Demonstranten fordern eine Anhebung des Mindestlohns von derzeit 3000 Taka (35 Franken/28 Euro) im Monat auf 8114 Taka (92 Franken/74 Euro). Eine Kommission aus Arbeitgebern, Gewerkschaften und Regierungsvertretern hatte jüngst eine Anhebung auf 5300 Taka vorgeschlagen. Dies ist vielen Beschäftigten zu niedrig, der Verband der Hersteller und Exporteure dagegen weist den Vorschlag als zu hoch zurück. Die Textilarbeiter in Bangladesh gehören zu den am niedrigsten bezahlten Arbeitskräften der Welt. Der derzeit geltende Mindestlohn reicht nach Gewerkschaftsangaben nicht aus, um in Würde zu leben. Dazu kommen die schlechten Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaften und Grundeinkommensbefürworter könnten das Ringen vielleicht unterstützen? Oder? Steht die Freude über die billigen Schnäppchen dank der niedrigen Löhne höher im Kurs?

Kampf um Mindestlohn in Bangladesh

Textilarbeiter gehen auf die Barrikaden

Auslandnachrichten Heute, 14:00
Bei Protesten in Bangladesh sind bereits zahlreiche Personen verletzt worden.
Bei Protesten in Bangladesh sind bereits zahlreiche Personen verletzt worden. (Bild: Keystone / AP)
Bangladeshs Textilarbeiter setzen ihren Protest gegen die tiefen Löhne und die schlechten Arbeitsbedingungen fort. Es gab bereits zahlreiche Verletzte bei Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften.

ceh./(Agenturen) Die Proteste der Textilarbeiter in Bangladesh haben an Intensität zugenommen. Am Dienstag versammelten sich den zweiten Tag in Folge Zehntausende von Demonstranten in Ashulia und Savar in der Nähe der Hauptstadt Dhaka und forderten einen höheren Mindestlohn. Sie blockierten eine wichtige Durchgangsstrasse und griffen Fabriken in einem Industriegebiet an, wie der für das Gebiet zuständige Polizeioffizier Abdus Sattar der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Polizei habe Tränengas und Gummigeschosse in die Menge gefeuert. Gemäss Berichten lokaler Medien wurden bei den Zusammenstössen am Dienstag über 50 Personen verletzt, womit die Gesamtzahl der Verletzten auf 80 steigt.

Aus Sorge vor Übergriffen blieben rund 200 Textilfabriken geschlossen, wie der Verband der Textilhersteller und -exporteure mitteilte. Die Ausschreitungen ereigneten sich während des vier Tage dauernden Generalstreiks, der am Mittwoch enden soll. Nebst der Verbesserung der Arbeitsbedingungen besteht das Ziel der Streikenden auch im Rücktritt der Ministerpräsidentin Sheikh Hasina. Die Streikenden fordern, dass eine Übergangsregierung eingesetzt werden soll, um den korrekten Ablauf der Parlamentswahlen im Januar 2014 zu überwachen. Die Proteste der Textilarbeiter dauern schon seit mehreren Wochen, insgesamt kamen bereits mindestens 19 Personen ums Leben.

Höherer Mindestlohn gefordert

Die Demonstranten fordern eine Anhebung des Mindestlohns von derzeit 3000 Taka (35 Franken) auf 8114 Taka (92 Franken). Eine Kommission aus Arbeitgebern, Gewerkschaften und Regierungsvertretern hatte jüngst eine Anhebung auf 5300 Taka vorgeschlagen. Dies ist vielen Beschäftigten zu niedrig, der Verband der Hersteller und Exporteure dagegen weist den Vorschlag als zu hoch zurück. Sie argumentieren, dass höhere Löhne die Produktionskosten unverhältnismässig erhöhen und das Land seines Kostenvorteils gegenüber der Konkurrenz berauben würden.

Rang zwei hinter China

Die Textilarbeiter in Bangladesh gehören zu den am niedrigsten bezahlten Arbeitskräften der Welt. Der derzeit geltende Mindestlohn reicht nach Gewerkschaftsangaben nicht aus, um in Würde zu leben. Dazu kommen die schlechten Arbeitsbedingungen.

Im April war das Fabrikgebäude Rana Plaza eingestürzt; mehr als 1100 Menschen wurden getötet. Auch bei Bränden in Textilfabriken starben bereits mehrere hundert Arbeiter. Bangladesh ist nach China der zweitgrösste Produzent von Textilien weltweit. Die rund 4500 Fabriken im Land produzieren rund 80 Prozent aller Exporte des Landes. Deren Wert beläuft sich auf fast 25 Milliarden Franken jährlich.

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