Südafrika – 20 Jahre nach Ende der Apartheit: Schwarze Kinder immer noch in viel schlechteren Lebensbedingungen: Während 93,7 Prozent der Kinder der weißen und 97 Prozent der Kinder der indischen/asiatischen Bevölkerung in Haushalten mit Leitungswasseranschluss leben, sind dies 77,9 Prozent der farbigen und nur 27,1 Prozent der schwarzafrikanischen Kinder.

Schwarze Kinder in Südafrika weitaus schlechter gestellt
Datum: 19.11.2013
Von: Stefanie Jäger

Ein Bericht des staatlichen Statistikbüros legt dramatische Unterschiede zwischen Südafrikas Ethnien offen. Rund zwanzig Jahre nach den ersten demokratischen Wahlen sind die Kinder der schwarzafrikanischen Bevölkerung deutlich schlechter gestellt gegenüber denen der weißen und asiatischen Gruppen. Große Unterschiede gibt es etwa im Zugang zu Frischwasser, Sanitäreinrichtungen und Gesundheitsleistungen.

 

Noch immer würden schwarzafrikanische und farbige Kinder stark benachteiligt, wie Statistics SA jetzt berichtet. Deren Studie „Südafrikas junge Kinder: ihre Eltern und ihr Wohnumfeld 2012“ beleuchtet die Situation der Unterfünfjährigen im Land am Kap. Demnach bestünden 20 Jahre nach der Abschaffung der Apartheid immer noch anhaltende Rassendifferenzen zwischen den Jüngsten und den daraus erwachsenden Auswirkungen für die Zukunft. Ein Beispiel sei der Zugang zu Frischwasser. Während 93,7 Prozent der Kinder der weißen und 97 Prozent der Kinder der indischen/asiatischen Bevölkerung in Haushalten mit Leitungswasseranschluss leben, sind dies 77,9 Prozent der farbigen und nur 27,1 Prozent der schwarzafrikanischen Kinder.

Zu sehen sind die Differenzen ebenfalls im Zugang zu sanitären Einrichtungen. Rund 40 Prozent der schwarzen Nachkommen wachsen in Haushalten auf, in denen eine Toilette mit Wasserspülung vorhanden ist. Dagegen genießen nahezu alle Kinder der weißen und indischen/asiatischen Bevölkerung sowie fast 90 Prozent der farbigen diesen Komfort. Auch im Zugang zu Gesundheitsleistungen existieren ausgeprägte Unterschiede: Lediglich 11,7 Prozent der unterfünfjährigen Weißen lebt in Haushalten, die öffentliche Krankenhäuser nutzen. 55,4 Prozent der Asiaten/Inder sowie 65,2 Prozent der Weißen konsultieren private Ärzte, wohingegen die große Mehrheit der Schwarzafrikaner (82,8 Prozent) und 66 Prozent der Farbigen öffentliche medizinische Institutionen nutzen.

Diese Zahlen belegen laut Statistics SA, dass die Nachwehen der Apartheid immer noch deutlich zu spüren sind. Für die korrekte Umsetzung und Einhaltung der Kinderrechte sei daher die Korrektur der Rassendifferenzen noch immer die zentrale Herausforderung für die Politik.

 

 

Bild: Proteste für Sanitäranlagen

http://www.kapstadt.com/aktuelles/meldung/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=923&cHash=3a94a5a204ca8da13615c08a4dd0dccd

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