Weltkonferenz von “Religions for Peace” mit 600 Religionsführern aus 100 Staaten: Nigerianischer Kardinal: “80 Millionen Christen und 80 Millionen Muslime lachen gemeinsam und leiden gemeinsam.” Die Konferenz in Wien will eine Reihe von Religionenvertreter aus Syrien zusammenzubringen, auch zwischen den verfeindeten Buddhisten und Muslimen in Südthailand sowie zwischen den Religionsführern Sri Lankas – Buddhisten, Hindus, Muslime, Katholiken.

Wien: Nigerianischer Kardinal warnt vor Pseudodemokratie

Erzbischof von Abuja, Onaiyekan, bei IX. Weltkonferenz von “Religions for Peace”: Wesentliche Bausteine für Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit sind Schutz der Minderheiten und Achtung der Religionsfreiheit

21.11.2013

Wien, 21.11.2013 (KAP) Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen zwischen Christen und Muslimen in Afrika hat der nigerianische Kardinal John Onaiyekan am Donnerstag in Wien vor einer pseudodemokratischen Sicht über angebliche Mehrheits-Vorrechte gewarnt. Wesentliche Bausteine für Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit seien vielmehr der Schutz der Minderheiten und die Achtung der Religionsfreiheit. Onaiyekan äußerte sich bei der IX. Weltkonferenz von “Religions for Peace”.

An der am Mittwoch im Wiener Hilton-Hotel eröffneten Konferenz, die bis Freitagabend dauert, nehmen mehr als 600 Religionsführer aus 100 Staaten teil. Zum Schlusspodium ist eine Ansprache des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel vorgesehen.

Kardinal Onaiyekan, der die nigerianische Hauptstadt-Diözese Abuja leitet, sagte im Blick auf die Einführung der Sharia in einigen Bundesstaaten seines Heimalandes, Nigeria müsse ein Land bleiben, indem eine Verengung auf eine einziggültige offizielle Staatsreligion verboten sein sollte. Das Land sei ein Zusammenschluss von Dutzenden Ethnien, und es sei religiös “50 zu 50” auf Muslime und Christen aufgeteilt. “80 Millionen Christen und 80 Millionen Muslime lachen gemeinsam und leiden gemeinsam”, so der Kardinal: “Die Mehrheit der Nigerianer bedauert keinesfalls, dass uns die Briten zu einer Einheit zusammengeschlossen haben.”

Erst seit drei Jahren gebe es den Konflikt mit den islamistisch-terroristischen Gruppen, sagte Onaiyekan: “Wir hatten das nie zuvor.” Diese Entwicklung müsse gestoppt werden.

Der Erzbischof von Abuja hob hervor, dass für eine gute Zukunft nicht nur Nigerias, sondern des gesamten Globus, eine andere Haltung als bloße Toleranz notwendig sei. Es brauche ein Annehmen des Anderen, Respekt und Wertschätzung. “Alles andere ist nur politische Korrektheit – das ist zu wenig.”

Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (Weltkirchenrat/ÖRK), Olav Fykse Tveit, dankte Onaiyekan für seine Versöhnungsinitiativen zwischen Christen und Muslimen. Tveit berichtete, dass “Justice and Peace” (Versöhnung und Frieden) die Zentralthemen der jüngsten ÖRK-Weltvollversammlung in Busan gewesen seien. Tveit überreichte Kardinal Onaiyekan den Sammelband über die Busan-Konferenz.

 

Zu Beginn des Plenums am Donnerstag fand eine Schweigeminute aus Anlass der im vergangenen April erfolgten Entführung des syrischen “Religions for Peace”-Vizepräsidenten, Metropolit Mar Gregorios Yohanna Ibrahim, statt. Die Hintergründe der Entführung sowie das Schicksal des orthodoxen Bischofs und seines gemeinsam mit ihm gekidnappten Amtsbruders Boulos Yazigi ist seit sieben Monaten ungeklärt.

 

“Religions for Peace”-Generalsekretär William Vendley sagte in einem Pressegespräch, dass die Konferenz in Wien eine Reihe von Religionenvertreter aus Syrien zusammenzubringen versuche. Hochbrisant sei auch die Anwesenheit von religiösen Repräsentanten aus Nordkorea, die auf neutralem Boden ihren südkoreanischen Brüdern begegnen könnten.

 

Friedens- und Versöhnungsgespräche würden in Wien aber auch zwischen den verfeindeten Buddhisten und Muslimen in Südthailand sowie zwischen den Religionsführern Sri Lankas – Buddhisten, Hindus, Muslime, Katholiken – durchgeführt, so Vendley. So leitet etwa der Bischof der zentralsrilankischen Diözese Kandy, Vianney Fernado, eine der Kommissionen.

Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/58847.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

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