Franziskus: “Arbeit heißt Menschenwürde.” Jugendliche würden nach der heutigen ökonomischen Logik als Abfall betrachtet, weil sie nicht unmittelbar zur Produktivität beitrügen. Dies gelte ebenso für alte Menschen. Junge verkörperten jedoch die Kraft, voranzuschreiten, während die Alten die Erinnerung eines Volkes seien. “Ein Volk, das sich nicht um seine Jungen und Alten sorgt hat keine Zukunft!”

Papst drängt auf mehr Solidarität in der Wirtschaft

“Katholische Soziallehre wichtiger Leitfaden”

22.11.2013

Vatikanstadt, 22.11.2013 (KAP) Papst Franziskus hat sich energisch gegen das heutige Profitdenken in der Wirtschaft gewandt und mehr Solidarität mit Jugendlichen und Alten eingefordert. “Für die Wirtschaft und den Markt ist ‘Solidarität’ fast ein Schimpfwort”, sagte er in einer Videobotschaft an die Teilnehmer einer Tagung zur katholischen Soziallehre in Verona, deren Text der Vatikan am Donnerstagabend veröffentlichte.

 

Franziskus prangerte besonders die hohe Jugendarbeitslosigkeit an, die in manchen Ländern über 40 Prozent liege. Jugendliche würden nach der heutigen ökonomischen Logik als Abfall betrachtet, weil sie nicht unmittelbar zur Produktivität beitrügen. Dies gelte ebenso für alte Menschen. Junge verkörperten jedoch die Kraft, voranzuschreiten, während die Alten die Erinnerung eines Volkes seien. “Ein Volk, das sich nicht um seine Jungen und Alten sorgt hat keine Zukunft”, sagte Franziskus.

 

Er rief die Verantwortlichen in der Wirtschaft auf, mehr für die Verbesserung der ökonomischen Verhältnisse beider Altersgruppen zu tun und vor allem die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Sie sei eine schwere Hypothek für den gesellschaftlichen Fortschritt. “Arbeit heißt Menschenwürde.” Die Akteure in der Finanz- und Wirtschaftswelt erlägen leicht den Verlockungen des Profits. Es brauche den Mut, sich nicht dem Götzen des Geldes zu unterwerfen.

 

Hierfür könne die katholische Soziallehre ein wichtiger Leitfaden sein. Diese stehe für Solidarität und akzeptiere nicht, dass sich manche allein um Produktion und Gewinn kümmerten und soziale Fragen dem Staat und Hilfsorganisationen überließen. “Jeder hat die Kraft in sich, eine neue, gerechte Gesellschaft zu fördern”, betonte der Papst. Besonders hob Franziskus das Modell von Arbeiterkooperativen hervor. Diese Idee habe ihn immer fasziniert, auch wenn sie nicht immer die produktivste Form des Wirtschaftens seien.

http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/58869.html

Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/58869.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

 

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