Sudanesische Asylsuchende demonstrieren nah langer Inhaftierung vor Israel Innenministerium in Jerusalem!

Asylsuchende in Israel

Protestmarsch im Heiligen Land

Auslandnachrichten Heute, 18:56
Sudanesische Asylsuchende in Israel sind trotz der Kälte zu einem Protestmarsch nach Jerusalem aufgebrochen. Sie waren monatelang im Gefängnis und weigern sich nun, in die neue offene Haftanstalt zurückzukehren, in die sie transferiert wurden.
Monika Bolliger, Jerusalem

Eine Gruppe von etwa 150 sudanesischen Asylsuchenden hat sich am Montag von Beerscheba im Süden Israels zu Fuss zur Knesset in Jerusalem aufgemacht. Die Sudanesen waren Ende letzte Woche von einem geschlossenen Gefängnis für Migranten in eine offene Internierungsanstalt verlegt worden, nachdem das Oberste Gericht ein Gesetz zum langfristigen Einsperren von Asylsuchenden für ungültig erklärt hatte. Die Migranten dürfen die neue Anstalt nur tagsüber verlassen und müssen sich dreimal täglich dort melden. Anstatt am Abend zurückzukehren, brachen sie aber nach Jerusalem auf, um beim Innenminister zu protestieren.

Die meisten waren nicht für die Kälte gerüstet, und manche waren geschwächt, weil sie nach dem Transfer einen Hungerstreik begonnen hatten. Zwei brachen unterwegs zusammen und mussten in ein Spital gebracht werden. Ahmad Abdelmoneim aus Darfur sagte im Gespräch, er könne nicht nach Darfur zurück, und auch Nachbarländer wie Ägypten seien für afrikanische Flüchtlinge nicht sicher. Er kam 2012 nach Israel und wurde sofort inhaftiert. Nach einem Jahr durfte er ein Asylgesuch stellen. Dieses ist noch ausstehend. Israel hat bisher nur einer Handvoll nichtjüdischer Flüchtlinge Asyl gewährt. Abdelmoneim sagt: «Wir wollen wie Menschen behandelt werden. Wenn Israel uns nicht aufnehmen kann, brauchen wir einen anderen sicheren Ort.»

Menschenrechtsorganisationen fechten das neue Gesetz für Migranten vor dem Obersten Gericht an. Die Asylsuchenden würden auch mit dem neuen Gesetz unbegrenzt eingesperrt mit dem Ziel, ihren Willen zu brechen, damit sie sich «freiwillig» deportieren liessen, schrieben sie in einer Stellungnahme. Israel ist vom Ansturm afrikanischer Asylsuchender überfordert und reagiert mit Improvisationen auf das Problem. Rechte Politiker sagen, die «Infiltranten», wie sie hier genannt werden, gefährdeten den jüdischen Charakter des Staates. Es handle sich grösstenteils um Wirtschaftsflüchtlinge.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/protestmarschim-heiligen-land-1.18205940

 

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